Pinneberg
Wedel

Der Bürgermeister startet in neue Amtszeit

Bürgermeister Niels Schmidt bei seiner Vereidigung durch Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn

Bürgermeister Niels Schmidt bei seiner Vereidigung durch Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn

Foto: Alexander Sulanke / HA

Verwaltungschef wird vom neuen Stadtpräsidenten Ulrich Kloevekorn vereidigt. An dessen Wahl entbrennt Streit über Frauenquote.

Wedel.  Er sei froh, dass er seine Arbeit fortsetzen darf. „Und ich will ihnen ein guter Partner sein.“ Ob bequem, das könne er nicht versprechen, „aber immer fair“. Unmittelbar zuvor hatte Niels Schmidt aus den Händen seines Stellvertreters Peter Kramer (CDU) seine Ernennungsurkunde für seine dritte Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister Wedels entgegengenommen; sie beginnt an diesem Sonntag. Anschließend vereidigte Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn (CDU) den Verwaltungschef.

Es war zugleich Kloevekorns erste Amtshandlung, die Ratssitzung hatte er noch als Stellvertreter der in der vergangenen Woche überraschend zurückgetretenen Stadtpräsidentin Renate Palm (WSI) eröffnet. Die CDU als stärkste Fraktion nominierte den ehrenamtlichen Politiker, der an diesem Sonntag 73 Jahre alt wird, dann als Nachfolger. Er wurde einstimmig gewählt, enthielt sich aber selbst. Kloevekorn versprach, die Ratsversammlung immer neutral zu führen.

Es sind solche scheinbar einfachen Formalien, die in Wedel für endlose Diskussionen gut sind. Denn Kloevekorn ist: ein Mann. Das merkte Ratsfrau Gudrun Jungblut von den Grünen an und schlug vor, in der Geschäftsordnung eine Formulierung mit Resolutionscharakter zu verankern, dass bei der Vergabe von Ämtern stärker auf Gleichberechtigung gesetzt werden sollte. In stark gekürzter Form: „Möglicherweise rechtlich bedenklich“, urteilte Bürgermeister Schmidt. „Bei freien Demokraten ist das einfach schon so – ganz ohne Regeln“, feixte die FDP-Fraktionschefin Renate Koschorrek. Und CDU-Fraktionschef Michael Kissig sagte in Richtung der Antragstellerin, er halte es nicht für eine Qualifikation, Frau zu sein – wie es auch keine Qualifikation sei, Mann zu sein.