Pinneberg
Kreis Pinneberg

Im Jahr 2015 half der Weiße Ring 140 Opfern

Weißer Ring Außenstelle Kreis Pinneberg Sönke P. Hansen (l.) und Peter Wieruch

Weißer Ring Außenstelle Kreis Pinneberg Sönke P. Hansen (l.) und Peter Wieruch

Foto: Burkhard Fuchs

Bilanz der Außenstelle Pinneberg: 3800 Arbeitsstunden haben die zehn ehrenamtlichen Helfer der Organisation aufgewendet.

Kreis Pinneberg.  Die sechs Opferhelfer und vier weiteren ehrenamtlichen Kräfte der Pinneberger Außenstelle des Weißen Ringes haben 3800 ehrenamtliche Stunden für 140 Opferfälle in 2015 aufgewendet. „Dabei wurde ein hohes Maß an menschlichem Beistand und persönlicher Betreuung geleistet“, sagt Sönke P. Hansen, seit zwei Jahren der Leiter der Außenstelle. Vor allem um Opfer von Körperverletzungen und sexuellem Missbrauch kümmerten sich die Opferhelfer. Er teile sie den jeweiligen Opfern zu, die dann im persönlichen Gespräch mit den Betroffenen abklärten, was diese am dringendsten benötigten.

Dabei geht es um Fragen anwaltlicher Hilfe, psychologischer Betreuung, Beistand bei der Polizei oder vor Gericht und ob sie finanzielle Soforthilfen brauchen, von denen die Opferschutzorganisation 16.000 Euro im Kreis Pinneberg ausgeschüttet hat. Damit konnte zum Beispiel einem der missbrauchten Jugendfußballer des TuS Holstein Quickborn geholfen werden, indem ihm mit seiner Mutter eine Ferienfahrt an die Ostsee spendiert wurde. Der Trainer ist im Februar wegen 15 Missbrauchsfällen an drei Jungen im Alter von sieben bis neun Jahren vom Landgericht Itzehoe zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. In diesen Fällen arbeitet der Weiße Ring eng mit der Beratungsstelle Wendepunkt in Elmshorn zusammen, die sich um misshandelte Kinder kümmert.

Beratungsschecks im Wert von 4000 Euro gewährte der Weiße Ring den Opfern, um sich anwaltlich beraten oder psychotraumatisch behandeln zu lassen, so Hansen. Das Geld stelle der Landesverband zur Verfügung. „Wir nehmen uns Zeit, den Opfern aktiv zuzuhören.“ Er bedauert, dass bei Körperverletzungen, sexuellem Missbrauch, Raubüberfällen, Bedrohungen oder gar Tötungen in der Regel die Persönlichkeit des Täters im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stünde. „An das betroffene Opfer und seine Situation nach der Tat wird immer noch viel zu wenig gedacht.“ Dabei hätten die meisten Opfer von Straftaten oft lange mit dem Fall zu kämpfen und könnten ihn ohne professionelle Hilfe nicht verarbeiten.

Am Sonnabend, 16. April, ist von 9.30 bis 16 Uhr Landestagung des Weißen Ringes im Hotel Cap Polonio, der dieses Jahr 40 Jahre alt wird.