Pinneberg
Rellingen

Kirchengemeinde trennt sich vom Großen Gemeindehaus

 Das Kleine Gemeindehaus. Der Anbau links wird abgerissen und durch den Neubau ersetzt

Das Kleine Gemeindehaus. Der Anbau links wird abgerissen und durch den Neubau ersetzt

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Anbau ans Kleine Gemeindehaus soll als Ersatz dienen. Baubeginn ist für 2017, der Einzug für das Jahr 2018 geplant.B-Planänderung läuft

Rellingen.  Rellingens Kirchengemeinde stellt sich baulich neu auf – und trennt sich in diesem Zusammenhang von ihrem Großen Gemeindehaus in der Hauptstraße 36a. Es wird ersetzt durch einen 32 mal 14 Meter großen Neubau mit 600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, der sich an das Kleine Gemeindehaus in der Hauptstraße 27a anschließen wird.

Bereits im Juni 2014 hatte die Gemeinde das Vorhaben erstmals öffentlich gemacht. „Wir hatten bereits einen Bauvorbescheidsantrag gestellt“, sagt Pastorin Martje Kruse, die Vorsitzende des Kirchenvorstands. Doch Ende des Jahres habe sich herausgestellt, dass der geplante Neubau nicht durch den bestehenden Bebauungsplan abgedeckt war. Was folgte, waren diverse Abstimmungsgespräche zwischen der Kirchengemeinde und der Gemeinde.

Politiker geben Antrag auf B-Planänderung ihren Segen

In dieser Woche waren die Kommunalpolitiker am Zug. Dem Antrag auf Änderung des B-Plans gaben sie einstimmig ihren Segen. „Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung“, sagt Kruse. Sie hofft, dass innerhalb von neun Monaten das Planaufstellungsverfahren abgeschlossen werden kann. In diesem Fall wolle die Kirchengemeinde Ende 2016 einen Architektenwettbewerb starten. Der Baubeginn sei für die zweite Hälfte 2017 vorgesehen, der voraussichtliche Einzug werde für 2018 angestrebt.

Dann erfolgt der Abriss des Großen Gemeindehauses. Das in den Jahren 1968 und 1969 errichtete zweistöckige Gebäude, das unter anderem von der Kantorei, den Chören und Musikkreisen der Kirche genutzt wird, ist stark sanierungsbedürftig und als „Energiefresser“ bekannt. Ein weiteres Problem: Das Gebäude ist nicht barrierefrei.

„Das wird heute immer wichtiger“, sagt die Pastorin. Durch den Neubau werde die Barrierefreiheit erreicht, und gleichzeitig konzentriere die Kirchengemeinde ihre Aktivitäten auf eine Straßenseite, was Vorteile in der Gemeindearbeit biete. Die 1754 bis 1756 erbaute Barockkirche, das 208 Jahre alte Pastorat und das 1926 errichtete Kleine Gemeindehaus bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble. Der Anbau an das Gemeindehaus wird laut Kruse in das geschützte Bild nicht eingreifen, da er sich auf der Rückseite anschließt.

Baukosten werden auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Finanzierung aus Erbpacht

Dort steht ein in den 60er-Jahren errichteter Anbau mit Dienstwohnungen, der ebenfalls modernisierungsbedürftig ist. Aktuell sind dort Flüchtlingsfamilien untergebracht. „Wir haben der Gemeinde die Nutzung bis Frühjahr 2017 gestattet“, erläutert Kruse. Dann soll der Anbau dem Neubau weichen, der als einstöckiges Bauwerk mit Staffelgeschoss ausgeführt werden und das Kleine Gemeindehaus nicht überragen soll. Auch die dortigen Kleingärten werden zugunsten eines Außengeländes aufgegeben.

Die Baukosten werden auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Kirchensteuermittel sollen nicht fließen. Geplant ist die Aufnahme eines Darlehens. Zinsen und Erträge sollen aus den Einnahmen einer Erbpacht aufgebracht werden, die für das Grundstück des Großen Gemeindehauses abgeschlossen wird. Es soll weiterhin kirchlich-sozial genutzt werden. „Wir suchen nach einem sozialen Träger, der ortsnahes Wohnen etwa für Menschen im Alter oder für Personen mit Assistenzbedarf anbietet“, erläutert Kruse.