Pinneberg
Wedel

Hilfsgüter werden nach Israel verschifft

Palettenweise schleppen Helfer die Ware aus dem Wedeler Bunker. Sie kommen nach Jerusalem

Palettenweise schleppen Helfer die Ware aus dem Wedeler Bunker. Sie kommen nach Jerusalem

Foto: Katy Krause / HA

150 Lkw-Ladungen mit gespendeten Sachen wurden bisher im Bunker gelagert. Das sorgte für Chaos. Deshalb musste nun aussortiert werden.

Wedel.  Die Wedeler Bunkeranlage ist voll. Richtig voll. In den vergangenen Wochen sind zahlreiche Paletten mit gespendeten Sachen hierher gebracht worden. Um genau zu sein: 150 Lkw-Ladungen. Das ist zu viel. Rene Grassau musste die Notbremse ziehen. Der Wedeler Unternehmer, der sich in der Hamburger Flüchtlingshilfe engagiert, hat die Bunkeranlage von der Stadt gemietet und die Flächen als dringend benötigtes Lager für das ehrenamtliche Projekt der Kleiderkammer Hamburg zur Verfügung gestellt. Doch die vielen Kartons, die sich in den Schutzräumen bis an die Decke stapeln, behindern die Helfer. Zudem wird nicht alles gebraucht.

Deshalb wurde kräftig aussortiert. Am Montagmorgen kamen zwei Lkw mit je einem Schiffscontainer, die ein Fassungsvermögen von etwa 45 Tonnen haben. Die Sachen gehen in Zusammenarbeit mit der niederländischen Hilfsorganisation HRIF gen Jerusalem. Zwei weitere Lkw-Ladungen werden nach Syrien verschifft. 1800 Paletten lagerten vor der Aktion im Bunker. Etwa 90 Prozent mussten raus.

„Wir wollen einen Lagerbestand von sechs Wochen Vorlauf haben“, erklärt Grassau. Das bedeutet, es sollen nur Sachen eingelagert werden, die möglichst in den kommenden sechs Wochen benötigt werden. „Alles, was diesen Bestand übersteigt, wollen wir in Krisenregionen schicken“, erklärt der Wedeler. Benötigt werden zum Beispiel derzeit ganz dringend Unterwäsche, Socken und Herrenbekleidung in kleinen Größen wie S und M. Das Problem: Viele der gespendeten Kleidungsstücke sind größer. Zudem gibt es Spenden wie E-Gitarren für Kinder, die nicht verwendet werden können.

Palettenweise gespendete Sachen, ein Lager in Wedel und eines in Bramfeld, 100 Flüchtlingsunterkünfte, die es zu versorgen gilt – und das alles ehrenamtlich, ohne eine Dachorganisation? Doch Grassau hat den Überblick. Möglich macht das die neue Software. Darin wird genau festgehalten, was wo eingelagert und was benötigt wird. Was den Helfern fehlt, ist eine zentrale Annahmestelle. Leider sei die enorme Spendenbereitschaft aus den Anfangszeiten deutlich zurückgegangen, so Grassau. Was an der fehlenden Annahmestellen liegen könnte.