Pinneberg
Agenda 2016

Fischtreppe in Barmstedt soll jetzt kommen

Bürgermeisterin Heike Döpke und ihr Stellvertreter Ernst Reimer Sass an der alten Fischtreppe an der Krückau

Bürgermeisterin Heike Döpke und ihr Stellvertreter Ernst Reimer Sass an der alten Fischtreppe an der Krückau

Foto: Burkhard Fuchs

Stadt will EU-Wasserrahmenlichtlinie erfüllen. Neue Wohngebiete geplant. Schulhof soll neu gestaltet und Straßen saniert werden.

Barmstedt.  Sie selbst wird Mitte des Jahres die erste Hälfte ihrer sechsjährigen Amtszeit absolviert haben. Die politische Agenda, die es für Bürgermeisterin Heike Döpke (SPD) abzuarbeiten gilt, reicht zum Teil noch in die Zeit vor ihrem Amtsantritt im August 2013 zurück.

Da ist an erster Stelle die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union zu nennen. Die Stadt ist gefordert, die alte Fischtreppe an der Krückau so umzugestalten, dass die Wassertiere leichter flussaufwärts schwimmen und ihren Laichplatz erreichen können, ohne wie jetzt einen Höhenunterschied von 3,70 Metern am Rantzauer See überwinden zu müssen.

Ein Bürgerentscheid hatte den Beschluss der Stadtvertretung von Ende 2012 zu Fall gebracht, für etwa 1,2 Millionen Euro eine 750 Meter lange Sohlgleite zu bauen, die mit dem Verkauf von Baugrundstücken auf der Lillschen Wiese finanziert werden sollte. Die Zeit drängt. Denn der Förderbescheid, der der Stadt bis zu 90 Prozent der Kosten erlassen hätte, ist zum Jahresende 2015 abgelaufen. Die Stadtvertretung konnte sich im Dezember nicht auf die von der Verwaltung empfohlene kürzere Fischaufstiegshilfe einigen, die etwa eine halbe Million Euro kosten würde. Nun muss das Thema erneut im Bauausschuss behandelt und ein neuer Förderantrag gestellt werden. „Uns läuft die Zeit weg“, sagt Döpke.

Auch die Problem-Sporthalle, die die Stadt im Schuldorf für 5,5 Millionen Euro errichten ließ, beschäftigt die Verwaltung seit Jahren. Da die Sporthalle kurz nach ihrer Einweihung 2013 monatelang wegen eines unerklärlichen Wasserschadens gesperrt werden musste, wurde ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren angestrengt, das immer noch nicht abgeschlossen sei, sagt Bürgermeisterin Döpke. „Ich war eine Woche im Amt, als die Halle geperrt werden musste.“ Für dieses Jahr erwartet sie, dass endlich die Schuldfrage geklärt wird, wer für die Schäden verantwortlich ist. Ein Gutachten dazu soll dem Gericht jetzt vorliegen. Döpke vermutet, dass es mehrere Ursachen gibt. „Auch die Fassade ist beschädigt. Das ist alles sehr kompliziert.“ Immerhin sei die Halle für die Schüler und Vereinssportler voll nutzbar. Zuletzt sei im Oktober die Raumluft beprobt und für gesundheitlich unbedenklich erklärt worden. Allein diese regelmäßigen Untersuchungen hätten inzwischen 64.000 Euro gekostet.

Barmstedt, das nun mehr als 10.100 Einwohner zählt, soll weiter wachsen. So sei geplant, das ehemalige Gelände der Schuhfabrik Gabor an der Gebrüderstraße zu erwerben und bis zum Nappenhorn ein neues Baugebiet von drei Hektar Größe zu erschließen, um dort Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser zu bauen. „Das soll eine Mischbebauung werden.“ Allein auf dem Gaborgelände sollen sieben Einzelhäuser und 24 Wohnungen entstehen. Ein Investor wolle die alte, verfallene Genossenschaftsmühle am Nappenhorn abreißen und neu bebauen lassen. Dieses Jahr würden die ersten Häuser dort errichtet werden.

Im Schuldorf wird der Schulhof der alten Knabenschule neu gestaltet. In zwei Bauabschnitten wird die Stadt hier knapp 800.000 Euro investiert haben. Auch die Marktstraße werde vom Sky-Markt am Rathaus bis zur Feuerwache neu ausgebaut, was etwa 480.000 Euro kostet, kündigt Döpke an. Zudem soll die Straßenbeleuchtung sukzessive durch kostengünstige und energiesparende LED-Lampen ausgetauscht werden, wofür 360.000 Euro veranschlagt sind.

Einen großen Kostenfaktor habe die Stadt jetzt mit Hilfe der Gewerkschaft Verdi und den Mitarbeitern des Altenheims senken können, die auf 85.000 Euro Gehalt im Jahr verzichten. „Wir haben jetzt das Defizit des Heims von 905.000 Euro 2012 auf 125.000 Euro 2015 gesenkt.“

Zudem soll neues Gewerbe an der K 2 in Richtung Lutzhorn angesiedelt werden, um der Stadt neue Einnahmequellen zu ermöglichen. Die große Lösung, an der K 18 ein neues Gewerbegebiet zu erschließen, wurde erneut von der Landesplanung abgelehnt, bedauert Bürgermeisterin Döpke. „Wir sind zu weit weg von der A 23.“ Auch wenn es nur acht Kilometer sind. Erst wenn die A 20 im Norden Barmstedts gebaut sein sollte, werden wohl in Kiel die Karten neu gemischt.