PZ-Regional

Mehr Sachlichkeit statt nur Gezänk

Burkhard Fuchs

Die politische Atmosphäre in Bönningstedt ist vergiftet. Und das schon seit Jahren. Seit der einmütigen Entscheidung, aus dem Amt Pinnau auszutreten und sich von Quickborn verwalten zu lassen, ist die Kommunalpolitik praktisch gelähmt. Nach der Auflösung der SPD-Fraktion herrscht ein rechnerisches Patt im Gemeinderat: CDU, Grüne und ein SPD-Vertreter kommen ebenso auf neun Ratssitze wie BWG und die neue BFB-Fraktion. Folge sind ständige Blockaden. Monatelang konnten Ausschüsse nicht tagen, weil keine Vorsitzenden gewählt wurden. Haushalt, Bebauungspläne, Verkehrsberuhigung, Verkauf der Bürgerstuben oder Araber-Pferdezucht – es gibt kaum ein Thema, das nicht in ausuferndem Streit beraten wird.

Bei einer solchen Streitkultur ist es hochgradig kontraproduktiv, wenn auch noch die Gerichte angerufen werden, um politische oder gar persönliche Auseinandersetzungen zu schlichten. Sicherlich ist es tragisch, wenn sich ein Junge beim Spielen verletzt. Aber was kann der Bürgermeister dafür? Das sollte Sache zwischen der betroffenen Familie und dem Versicherungsträger sein, in diesem Fall dem kommunalen Schadensausgleich. Und dass der Inhalt vertraulicher Unterlagen an die Öffentlichkeit gerät, mag manchen ärgern – ist bei einem großen Verteiler wohl nicht zu vermeiden. Bönningstedt sollte wieder zur Sachlichkeit zurückkehren. Die Bürger hätten es verdient, sonst verharrt die Gemeinde bald im Stillstand.

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