Pinneberg
Kreis Pinneberg

Der Möglichmacher für die Schulen tritt ab

Schulrat Michael Doppke bei seiner Verabschiedung mit Gertrud Weinriefer-Hoyer aus dem Bildungsministerium

Schulrat Michael Doppke bei seiner Verabschiedung mit Gertrud Weinriefer-Hoyer aus dem Bildungsministerium

Foto: Burkhard Fuchs

Schulrat Michael Doppke bei launiger Abschiedsfeier in Pension geschickt. Ministeriumsvertreterin lobt Kompetenz und Eigenwilligkeit.

Kreis Pinneberg.  Rockige Abschiedshymnen und launige Reden waren Trumpf am Freitagvormittag im Kreishaus. 120 Gäste drängelten sich im großen Saal, um Schulrat Michael Doppke in den Ruhestand zu verabschieden, darunter zahlreiche Leiter der 70 Grund- und Gemeinschaftsschulen, für die Doppke seit 2003 verantwortlich war. Während eine Live-Band John Denvers „Take Me Home, Country Roads“ lautstark intonierte, führte Schulratskollege Dirk Janssen humorvoll durch die Abschiedsfeier. Höhepunkt war eine Rede von Gertrud Weinriefer-Hoyer aus dem Bildungsministerium, die Doppke als eifrigen Kämpfer für eine bessere Schullandschaft würdigte, wobei er „Großes geleistet“ habe.

Seine Eigenwilligkeit und Konfliktbereitschaft habe aber auch manche Staatssekretäre seufzen lassen: „Und dann kam Doppke und machte Ärger.“ Der 65-Jährige war zwei Jahrzehnte lang Leiter der Hauptschule in Bönningstedt und der Grundschule Kaltenweide in Elmshorn, bevor er 2003 zum Schulrat ernannt wurde. Sein Einsatz habe immer der Schulentwicklung gegolten, führte Weinriefer-Hoyer aus. So gründete er 1991 den Schulleiterverband Schleswig-Holsteins, dessen erster Vorsitzender er wurde und heutiger Ehrenvorsitzender er ist. Dabei habe er sich als „kluger Ratgeber und ideologiefreier Vordenker“ für die Bildungspolitik im Land erwiesen, mit starken Durchsetzungsvermögen und hoher Entschlusskraft, sagte Weinriefer-Hoyer. „Er war in vielen Dingen ein Möglichmacher.“

Von Anfang an sei es sein Bestreben gewesen, sich für sozial schwächere Schüler und ihre berufliche Perspektive einzusetzen. Noch vor zwei Monaten rief er mit Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), der Arbeitsagentur und dem Jobcenter die Jugendberufsagentur ins Leben, die das Ziel verfolgt, die Zahl der Schulabbrecher zu senken und möglichst allen Schülern einen Ausbildungsplatz zu vermitteln.

Manfred Kannenbäumer lobte in Vertretung von Landrat Oliver Stolz die gute Zusammenarbeit Doppkes mit der Politik und Verwaltung. Auch wenn er seinerzeit den Kampf um einen eigenen Parkplatz vor dem Elmshorner Kreishaus „verloren“ hätte. Da Doppke wohl noch zu kraftvoll für einen Ruhestand sei, wie auch Weinriefer-Hoyer befand, schlug Kannenbäumer ihm vor, sich künftig in der Integrationsarbeit für Flüchtlinge zu engagieren.

Schulrat Janssen verriet, wie der Kollege Doppke sich selbst die Abschiedsfeier vorgestellt habe. Nämlich als „Mischung zwischen Hochzeit und Bambi-Verleihung“. Doch das habe er, Janssen, nur zum Teil verstanden: „Michael, es handelt sich hier um eine einvernehmliche Trennung.“ Doppke selbst, der Mathe und katholische Religion studiert hatte und die Handball-Trainer A-Lizenz besitzt, beschrieb seine Aufgabe so: „Schulaufsicht ist nur so gut wie sie Schulen hilft, gut zu sein.“ Er könne auch gut singen und toll Gitarre spielen, will Gertrud Weinriefer-Hoyer erfahren haben. „Die Weihnachtsfeiern im Kreis Pinneberg sollen legendär gewesen sein.“