Pinneberg
Burkhard Fuchs Kreis Pinneberg

Wie Bäume Klimastress erleben

Schüler aus Rellingen erfuhren im Baumschulmuseum, wie wichtig Pflanzen sind. Auftakt zu den Kreisumwelttagen

Burkhard Fuchs. Einen Vorgeschmack auf die Kreis-Umwelttage, die vom 22. Juni bis 17. Juli 93 Klimaprojekte für bis zu 2100 Schüler anbieten, bekam jetzt die Klasse 8b der Caspar-Voght-Schule in Rellingen. Die Schüler besuchten das Baumschulmuseum in Pinneberg, wo ihnen Heike Meyer-Schoppa und Martina Schneekloth vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) an praktischen Beispielen erklärten, wie sich unser Klima verändert und Pflanzen und Bäume darauf reagieren. „Das ist lebens- und naturnaher Unterricht“, lobte Andrea Rönnau, stellvertretende Schulleiterin, den Ausflug ihrer Schützlinge.

Damit die Schüler ein Gefühl dafür entwickeln konnten, wie sich heute Straßenbäume fühlen müssten, die wegen der Abgase, Hitze, Platzmangel oder falschem Standort verstärkt „unter Stress“ stünden, holte Schnee-kloth sie ins Gewächshaus. Dort bei schneidender Luft und Temperaturen oberhalb von 30 Grad Celsius ereilte sie schnell ein Durstgefühl. So ginge es auch dem städtischen Grün bei Hitze, erklärte die Baumschulexpertin den Treibhaus-Effekt im Kleinen, der die Erde mit dem verstärkten CO2-Ausstoß durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe zunehmend erwärmt und das Weltklima verändert. Dabei seien die Bäume und Pflanzen so wichtig für unsere Natur und unser Leben, weil sie Sauerstoff produzierten und die Luft reinigten. Und nicht nur das, ergänzte Axel Huckfeldt. „Die Bäume verdunsten Wasser. Das hat im Sommer einen Kühlungseffekt. Darum ist es im Schatten unter Bäumen auch immer kühler als unter einem Sonnenschirm.“

Der Landesvorsitzende des BdB, der selber eine Baumschule bei Elmshorn betreibt, sieht in diesen Aktionstagen mit Schülern nicht nur einen Bildungsauftrag. „Wir suchen natürlich auch Nachwuchs für unsere Betriebe.“ Allzu oft gerate im täglichen Leben in Vergessenheit, wie notwendig Bäume, Pflanzen und Sträucher für eine lebenswerte Umwelt seien. Erst wenn irgendwo Bäume abgeholzt würden, erinnerten sich manche plötzlich daran. Dabei sei dies jeden Tag vonnöten.

Für die Kreisumwelttage sei das Baumschulmuseum bereits komplett ausgebucht, sagte Heike Meyer-Schoppa. Zehn Schulklassen und Kindergärten hätten sich dafür angemeldet. „Hier im Baumschulmuseum lernen sie heimische und standortgerechte Bäume kennen und erfahren viel über ihr Leben, ihre Bedürfnisse und ihre Bedeutung für den Klimaschutz“, sagtee Anja Vratny vom Fachdienst Umwelt, die die Umwelttage organisiert.

Zum Auftakt dieser vierwöchigen Aktionstage für Kinder und Jugendliche, die der Kreis Pinneberg seit 2009 zum vierten Mal veranstaltet, wird am 22. Juni ein Kinofilm im Burgkino in Uetersen gezeigt. Er heißt: „Taste the waste – warum werfen wir Essen fort?“. Der Film beginnt um 11 Uhr.

Bis zu den Sommerferien können dann die bislang 1800 angemeldeten Teilnehmer 38 verschiedene Projekte rund um den Klimaschutz besuchen, die, wie im Baumschulmuseum, zum Teil mehrfach angeboten werden. „Themen wie Klimagerechtigkeit, Wasser, Energie, nachhaltiger Konsum oder Mobilität lassen unsere Kinder und Jugendlichen aktiv erleben, dass ihr Handeln heute von Bedeutung für die Zukunft ist“, sagte Helmuth Kruse, der als Vorsitzender des Umweltausschusses des Kreistages diese Veranstaltungsreihe mit initiiert hat.

Die Themen sind vielfältig. Welchen Weg Jeans und T-Shirts vom Herstellungsland bis unsere Kaufhäuser nehmen, wird ebenso behandelt wie die Klimaveränderungen, die hier im Kreis Pinneberg in der Liether Kalkgrube erkennbar sind, oder die Frage, wie wir als Verbraucher so konsumieren sollten, dass es nachhaltig und klimaschonend geschieht. Bei aller Ernsthaftigkeit der Themen kämen Spaß und Spiel nicht zu kurz, verspricht Anja Vratny. Anmeldungen sind noch in Einzelfällen möglich, unter der E-Mail-Adresse a.vratny@kreis-pinneberg.de.