Pinneberg
Arne Kolarczyk

Unteroffizierschule unter neuem Kommando

Oberst Markus Kurczyk löst Oberst Klaus Kuhle ab, der in den Ruhestand geht. Großer Appell anlässlich der Kommandoübergabe

Appen. „Herr General, ich melde: Unteroffizierschule der Luftwaffe angetreten!“ Zum letzten Mal sprach Oberst Klaus Kuhle am Montagnachmittag diese Worte. Anschließend entband ihn Brigadegeneral Rainer Keller von seinem Kommando und übertrug die Führung der Einheit an Oberst Markus Kurczyk. Mit der traditionellen Übergabe der Regimentsfahne an den neuen Kommandeur endete der einstündige Festakt vor mehr als 100 Gästen in der Appener Marseille-Kaserne.

Kuhle stand vier Jahre und sieben Monate an der Spitze der Unteroffizierschule. „Ich gehe gerne. Es war eine erfüllte, eine tolle Zeit. Aber irgendwann ist Schluss, und das ist heute“, sagte der scheidende Kommandeur. Zuvor hatte Kuhle die vielen Ehrengäste „an meinen letzten Diensttag begrüßt, der auf einen Montag fällt“. Mit Ablauf des 31. März wird der Oberst in den Ruhestand versetzt – nach mehr als 42 Jahren bei der Bundeswehr. Im Oktober 1972 begann er seinen Dienst als Offizieranwärter, ehe er die Offizierausbildung und ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Erfolg absolvierte. Als Kommandeur einer Fliegerhorstgruppe sammelte Kuhle weitere wertvolle Erfahrungen, ehe er 1997 zum Oberst befördert wurde und das Luftwaffenausbildungsregiment 3 in Roth übernahm. Nach mehreren Wechseln übernahm Kuhle schließlich 2010 das Kommando am Standort Appen.

„In Ihrer Zeit als Kommandeur sind an der Unteroffzierschule der Luftwaffe fast 20.000 Soldatinnen und Soldaten in verschiedenen Lehrgängen ausbildet worden“, würdigte Brigadegeneral Keller den scheidenden Kommandeur. Kuhle habe sich um die Ausbildung verdient gemacht, sie optimiert und den heutigen Erfordernissen angepasst, so Keller weiter. So bestimme die realitätsnahe Abbildung des Einsatz- und Truppenalltags die Ausbildung an der Unteroffizierschule.

Kuhle blickt auf 42 Jahre im Dienste der Luftwaffe des Landes zurück

„Zu den 42 Jahren meiner Dienstzeit gehören auch schwierige Zeiten und Niederlagen. So manches Mal habe ich mich auch über die Inkompetenz in der Bundeswehr und ihrem Umfeld geärgert“, bekannte Kuhle. Und er fügte hinzu: „Doch aus Niederlagen lernt man – außer beim HSV!“

Sein Nachfolger trat 1983 in das Luftwaffenausbildungsregiment 3 in Roth ein. Kurczyk führte unter anderem von 2006 bis 2008 als Kommandeur das Objektschutzbataillon des Objektschutzregiments der Luftwaffe in Wittmund und Schortens, er war von Oktober 2006 bis März 2007 als Kommandeur der Objektschutzkräfte in Mazar-e Sharif und von Dezember 2011 bis September 2012 als Führer Deutsche Kräfte in Kabul an Auslandseinsätzen der ISAF beteiligt.

Der 50-Jährige wurde 2009 zum Oberst ernannt. Er ist verheiratet und lebt mit seinen drei und elf Jahre alten Söhnen in Niederkassel. „Meine neue Aufgabe erfüllt mich mit großer Freude und Stolz. Ich werde alles tun, um ihr gerecht zu werden“, sagte der neue Kommandeur in seiner Antrittsrede. Zuvor durfte er zum ersten Mal die obligatorische Meldung machen: „Herr General, ich melde: Unteroffizierschule der Luftwaffe angetreten!“