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Elmshorn

Morsche Bäume an Bockelpromenade in Elmshorn gefällt

Auf dem ehemaligen Bahndamm an der Bockelpromenade in Elmshorn mussten insgesamt 62 Bäume weichen, um Anwohner und ihre Häuser zu schützen.

Elmshorn. Bisher durften die Bäume auf dem alten, rund zwei Kilometer langen und rund 20 Meter breiten Bahndamm einfach wachsen, wie sie wollten. Inzwischen birgt ihre erreichte Größe an einigen Stellen eine Gefahr für Privatgrundstücke. Daher lassen die Stadt Elmshorn und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die sich für die Stadt um insgesamt 145 Hektar Flächen kümmert, gefährliche Bäume entfernen.

Insgesamt drohten 38 Bäume, darunter hauptsächlich Ahorne, Weiden und Eichen, zu kippen. 24 andere Bäume mussten am Montag weichen, damit der Bagger sie auch erreichen kann, so Förster Falco Stegmann von der Firma Silvaconcept, der die Bäume regelmäßig kontrolliert. „Bislang wurden aber immer nur einzelne Bäume von Baumkletterern abgetragen.“ Diesmal rückte der Bagger an. Die Arbeit musste zwischendurch allerdings eingestellt werden, weil der Hydraulikschlauch riss. Nach einer kurzen Zwangspause, in der das Ersatzteil besorgt und eingebaut wurde, ging es weiter. Die Fällarbeiten wurden abgeschlossen. Nun müssen die Stämme noch gehäckselt werden.

„Insgesamt handelt es sich um 15 verschiedene Baumarten“, sagt Julia Voß, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz. Darunter sei auch die Spätblühende Traubenkirsche, eine aus Nordamerika eingeschleppte Art, die heimische Pflanzen wie Ginster, Eibe, Silbergras oder Wiesenglockenblumen verdränge. Als man das Gewächs in den 50er-Jahren einführte, erhoffte man sich, mit dem edlen Black-Cherry-Holz Geschäfte machen zu können. „Doch die schattentolerante Traubenkirsche wächst bei uns nur buschartig.“

Den Anwohnern Maren und Jürgen Baatz gehen die Fällarbeiten nicht weit genug. „Auf dem Wall ragen drei Bäume auf unser Grundstück und werfen dort ihren Schatten“, sagt Maren Baatz. „Unser Rasen ist schon ganz vermoost.“ Ihr Mann müsse zweimal im Jahr aufs Dach der Garage steigen, um das Laub herunterzuholen. Stegmann hat für den Ärger Verständnis. „Menschlich kann ich das gut nachvollziehen“, sagt er. „Aber wir können nicht Bäume wegen ihres Schattens fällen.“