Pinneberg
Kreis Pinneberg

Einkaufslust hält auch nach den Feiertagen an

Gutscheine und verkaufsoffene Sonntage beflügeln das Geschäft. Einzelhändler im Norden ziehen positive Bilanz

Kreis Pinneberg. Das neue Jahr hat mit einem wahren Einkaufsrausch begonnen. Gleich an drei Orten gab es am ersten Wochenende des Jahres im Kreis Pinneberg verkaufsoffene Sonntage: im Stadtzentrum Schenefeld, in der Wohnmeile Halstenbek und in der Elmshorner Innenstadt. Dabei könnte man denken, die Lust aufs Shopping ließe Anfang Januar bei vielen Menschen eher nach. Schließlich liegt die Hochsaison des Einkaufens erst kurze Zeit zurück: das Weihnachtsgeschäft.

Das fand im Stadtzentrum Schenefeld vor allem an den Wochenenden statt. „Die Adventssonnabende, vor allem der erste und der letzte, waren sehr stark besucht“, sagt Centermanagerin Corina Schomaker. In Elmshorn dagegen hing die Einkaufslust mehr vom Wetter als vom Wochentag ab. Stadtmarketing-Chefin Manuela Kase sagt: „Die ersten zwei Wochen liefen sehr gut, danach wurde es etwas schlechter.“ Gerade für einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt würden sich viele Einkäufer nur bei gutem Wetter entscheiden.

Für den Bereich Schleswig-Holstein zieht Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord ein ähnliches Resümee. „Wir hatten einen schönen Spätherbst. Sobald alles weihnachtlich geschmückt war, lief das Geschäft gut an“, sagt sie. In der regenreichen Zeit danach sei weniger Betrieb gewesen. „Aber natürlich brauchen die Menschen trotzdem Weihnachtsgeschenke, vor allem für die Kinder.“ Entsprechend hätten sich die Bereiche Spielzeug und Unterhaltungselektronik besonderer Beliebtheit erfreut.

Einen regelrechten Boom in den Geschäften habe es die letzten Tage vor Weihnachten gegeben, bestätigen alle drei Frauen. „Die zweieinhalb geöffneten Tage in der Weihnachtswoche haben viele genutzt, um die letzten Geschenke zu besorgen“, sagt Dürrer. Wer am 24. Dezember immer noch nichts Passendes gefunden hatte, konnte immer noch einen Gutschein besorgen.

Der ist inzwischen viel mehr als nur eine Notlösung: Laut dem Handelsverband Deutschland waren Gutscheine sogar das beliebteste Weihnachtsgeschenk im Jahr 2014. Der Umsatz durch Gutscheine in der Weihnachtszeit wird bundesweit auf rund drei Milliarden Euro geschätzt. „Wenn man das herunterrechnet, kommt man auf einen Umsatz von 95 bis 100 Millionen Euro in Schleswig-Holstein“, so Monika Dürrer. Der Vorteil für die Händler? Je mehr Gutscheine verkauft würden, desto weniger Umtausch gäbe es nach dem Fest. Und: „Die Gutscheinsumme geht meistens nicht glatt auf, daher zahlen viele noch einen kleineren Betrag drauf.“

Besonders praktisch sind Gutscheine, die sich nicht nur in einem Geschäft einlösen lassen – wie zum Beispiel der Center-Gutschein in Schenefeld. „Der Gutscheinverkauf im Dezember lag verglichen mit dem restlichen Jahr viermal höher“, berichtet Centermanagerin Corina Schomaker. Insgesamt seien Gutscheine im Wert von knapp 50.000 Euro verkauft worden. Auch der Elmshorn-Gutschein ist ein Allround-Talent: Er lässt sich in mehr als 140 Geschäften in der Innenstadt einlösen. Im Dezember wurden Gutscheine im Wert von etwa 110.000 Euro verkauft – mehr als ein Fünftel des Gutschein-Umsatzes 2014.

Um ihre Weihnachtsgeschenke einzulösen, gehen auch nach den Feiertagen noch viele Menschen shoppen. Da ist es kein Wunder, dass Manuela Kase sagen kann: „Der verkaufsoffene Sonntag war gut besucht.“ In der Elmshorner Innenstadt sind rund 16.000 Passanten gezählt worden. Die Zahl sei etwas geringer, aber dennoch vergleichbar mit vergangenen Sonntagsverkäufen, so Kase. Sie führt dies auf die starke Konkurrenz sowohl im Kreis Pinneberg als auch in Hamburg zurück.

In Schenefeld erfolge die Einlösung der Gutscheine nicht immer sofort, sondern ziehe sich eher über ein bis zwei Monate hin, so Schomaker. Dennoch wurde am vergangenen Sonntag im Stadtzentrum eine um etwa fünf Prozent höhere Besucherfrequenz erreicht als beim Sonntagsverkauf am ersten Wochenende des vergangenen Jahres. „Viele sind wegen der Eröffnung der Eisbahn gekommen“, so die Centermanagerin. Und schließlich war es auch das letzte Ferienwochenende, das man mit der Familie genießen konnte.