Pinneberg
Schenefeld

Schenefelds CDU scheitert mit Medien-Offensive

Forderung nach einer Stelle für einen Experten wurde im Schulausschuss abgelehnt

Schenefeld. Am Schenefelder Gymnasium hat ein nagelneuer Flachbildschirm das alte schwarze Brett ersetzt. Darauf soll unter anderem der geplante elektronische Stundenplan zu sehen sein, hierüber sollen sich die Schüler schnell und einfach über Unterrichtsausfall und Vertretungsstunden informieren können. So die Theorie. Doch bislang bleibt der Bildschirm schwarz. Mit dem elektronischen Stundenplan läuft es nicht so richtig rund. Um solche Projekte kümmern sich an Schenefelds Schulen engagierte, technikaffine Lehrer.

Damit die Pädagogen damit nicht allein dastehen und sich mehr auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, wollten die Christdemokraten ihnen eine Hilfe zur Seite stellen. Doch mit ihrem Antrag, eine neue Stelle zu schaffen und gleichzeitig mit dieser Fachkraft für Medienkompetenz auch die technische Ausstattung der Schulen voranzutreiben, scheiterte die CDU am Dienstag im Schulausschuss. Die politische Mehrheit sah keinen Bedarf.

„Es gibt an den Schulen bereits Konzepte. Das Gymnasium hat bereits die Umrüstung begonnen. Ich sehe keinen Grund, warum wir uns schneller auf den Weg machen sollten, als wir es bislang tun“, sagte Nils Wieruch (SPD). Das sieht die CDU ganz anders. „Es ist Eile geboten“, drängte Ausschussmitglied Andrea van Rossum-Benecke. Sie gab zu bedenken: „Wir befinden uns im Wettbewerb. Eltern, die ihre Kinder jetzt an den Schulen anmelden, schauen auf die technische Ausstattung. Außerdem ist der Neubau des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Halstenbek bald fertig.“

Aus Sicht der Grünen fehlte dem Antrag die Unterstützung der Schulen. Grünen-Chef Matthias Schmitz dazu: „Wenn die Schulen sagen, sie wollen es und sie haben ein didaktisches Konzept, dann ist die Zeit für so etwas reif.“

Reif ist die Zeit dagegen für die EDV-Verkabelung der Gemeinschaftsschule. Für die 50.000 Euro umfassende Investition in 2015 stimmte der Schulausschuss einstimmig trotz einiger Bedenken, ob ein drahtloses lokales Netzwerk nicht die günstigere Internet-Alternative wäre. Doch laut Stadtverwaltung gibt es Widerstand der Eltern gegen W-Lan, wie es in den angrenzenden Räumen des Gymnasiums im Schulzentrum bereits existiert. Sie befürchten gesundheitliche Schäden durch Elektrosmog.