Pinneberg
Kommentar

Armutszeugnis für die Gesellschaft

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Das klingt so gut. Aber in der Realität sieht es doch ganz anders aus. Frauen, die sich dafür entscheiden, Kinder zu bekommen und tatsächlich gleichzeitig auch noch ihren beruflichen Weg weitergehen, haben es sehr schwer.

Zu schwer. Daniela Asmus aus Tornesch ist nur ein Beispiel für viele Frauen, die sich derzeit aufreiben im Kampf um ihre berufliche Position im Unternehmen, dem Job als Mutter und der Betreuungsfront.

Es ist beschämend zu hören, dass die Akademikerin im Jahr 2014 dabei vom Staat so wenig Unterstüzung erfährt. Ganz im Gegenteil erschwert ihr die Regelung der Kinderbetreuung im Kreis Pinneberg ihre Entscheidung für Kind und Karriere um ein Vielfaches. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass eine ausgebildete beruflich erfolgreiche Frau auch ohne Probleme ihren Job ausfüllen kann, während ihr Kind betreut wird – dabei sollte es wirklich ganz egal sein, ob das nun in einer Kita oder bei einer Tagesmutter der Fall ist. Wichtig ist, dass man ihr den Rücken freihält und sie nicht mit zusätzlichen Sorgen um die Betreuung ihres Kindes oder die Kostenerstattung belastet.

Dass Asmus überhaupt in solch eine Lage steckt, lässt sich nur damit erklären, dass unsere Gesellschaft nicht so weit ist. Was wollen wir denn nun? Herdprämie oder Ganztagsbetreuung? Solange die Gesetze und die Förderung so schizophrene Züge haben, wird es wohl weiter solche Auswüchse geben und Asmus und andere werden kämpfen müssen.