Pinneberg
Kommentar

Spätes Bekenntnis zu den Ärzten

Die Redewendung „Operation gelungen, Patient tot" trifft hier zum Glück nicht zu.

Aber es stellt sich für Außenstehende die Frage, warum das Herumdoktern am Patienten Regio-Kliniken auch mit dem Sana-Konzern bislang nicht auf einen grünen Zweig führt. Statt die vollmundige Ankündigung des privaten Mehrheitsaktionärs, spätestens 2012 würde man schwarze Zahlen schreiben, zu erfüllen, hat das Betriebsergebnis für 2013 ähnlich hohe Negativ-Dimensionen erreicht wie vor dem Verkauf der Klinikanteile.

Ein Grund dafür ist sicherlich die ungerechte Behandlung der Krankenhäuser im Vergleich zu Einrichtungen in Hamburg, was den Basisfallwert angeht. Dieser soll nach Angaben des Bundesministeriums 2015 endlich angeglichen werden. Das wird auch Zeit. Zudem schleppen die Regio-Kliniken auch noch einige Altlasten wie das Herauskaufen aus dem Sale-and-lease-back-Geschäft mit sich herum, die das Erreichen von schwarzen Zahlen erschweren.

Doch diese Ausgangslage war den neuen Klinikchefs bekannt und dürfte sie nicht überrascht haben. Offenbar sind die Probleme aber unterschätzt und wohl auch falsch gemanagt worden. Darauf lässt die plötzliche Verabschiedung wichtiger Führungsleute im vorigen Jahr schließen.

Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft an der Spitze nun gut sortiert ist und gemeinsam an einem Strang zieht. Auch der rasche Abbau der Medizinischen Versorgungszentren, der viele niedergelassene Ärzte vergrault hat, macht sich nun negativ bemerkbar. Darum ist das Bekenntnis der Klinikleitung zu einer intensiven Kooperation mit den Ärzten richtig. Es hätte aber wohl auch früher kommen können.