Barmstedt

Ansturm auf die Wunschbäume

1997 bedürftige Kinder bitten um Weihnachtspräsente. Rekordzahl an Teilnehmern stellt die Organisatoren vor Probleme

Elmshorn/Barmstedt. Schon im Sommer trafen die ersten Weihnachtswünsche bei Elke Franke ein. Und es wurden immer mehr: Am Ende gingen 1997 Wünsche bedürftiger Kinder bei der Weihnachtsaktion des Vereins Holsteiner helfen Holsteinern ein. Die Zahl ist für Vereinsvorsitzende Elke Franke „ein neuer Rekord“, aber alles andere als ein Grund zur Freude. Erstmals sieht es so aus, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können. „Für meine fünf ehrenamtlichen Helfer und mich ist das logistisch kaum zu leisten“, sagt Franke. Im Vorjahr schafften die Helfer gerade so 1781 Wünsche.

Bei der inzwischen siebten Aktion Wunschbaum dürfen Kinder, die nachweislich bedürftig sind oder aus sozial schwachen Verhältnissen stammen, einen Weihnachtswunsch äußern. Dazu malen sie ein weihnachtliches Bild und schreiben ihren Wunsch dazu. Die Bilder hängen an den neun sogenannten Wunschbäumen. Wer helfen möchte, pflückt sich eine Papierrolle von dem Baum, besorgt den gewünschten Artikel und bringt das verpackte Geschenk zurück zur Station des Wunschbaums.

Die Namen der Kinder sind aus Datenschutzgründen nicht auf den Bildern vermerkt, dort steht nur eine Zahl- und Buchstabenkombination. Diese muss auf das Geschenk geschrieben werden, damit es dem Urheber zugeordnet werden kann. Für jede Papierrolle, die abgenommen wird, wird eine nachgehängt.

Der finanzielle Aufwand für die Schenkenden liegt zwischen zwei und maximal 16 Euro. „Im Durchschnitt sind es Kosten von acht Euro“, sagt Franke. Sie hat die Höchstgrenze von 15 auf 16 Euro angehoben, weil sich mehrere Kinder eine Zehnerkarte für das Elmshorner Hallenbad erbeten haben und diese inzwischen 16 Euro kostet.

Alle 1997 Wünsche sind in der Elmshorner Kleiderkammer des Vereins eingegangen. Dort sind die Kinder bekannt und als bedürftig registriert, etwa über einen Arge- oder Sozialhilfebescheid. Auf diese Weise kann Elke Franke verhindern, dass Kinder aus finanziell abgesicherten Familien die Aktion missbrauchen. Auf Grund der Vielzahl der Wünsche musste die Elmshornerin Prioritäten setzen. 1524 Kinderwünsche, davon 192 aus Barmstedt, 186 aus Uetersen und 1146 aus Elmshorn, sollen vorrangig erfüllt werden. „Ich habe die zuletzt eingegangenen 473 Wünsche zurückgestellt“, so Franke.

Sie will erst einmal die Resonanz beobachten. Zudem fehle es an ehrenamtlichen Helfern, um diese große Zahl der Geschenke zu den Familien bringen zu können. Hinzu komme der finanzielle Aspekt: „Wir bräuchten dann auch eine Benzinspende von annähernd 400 Euro“, so Franke weiter.

Die meisten Wünsche betreffen Schulsachen. Ganz oben auf der Liste stehen Federtaschen, Füller, aber auch USB-Sticks als Speichermedien. Zunehmend sehen sich Elke Franke und Co. mit dem Problem konfrontiert, dass sich Eltern die Schulbücher ihrer Kinder nicht mehr leisten können. „Wir suchen derzeit für 17 Kinder aus Barmstedt, 34 aus Uetersen und 68 aus Elmshorn den Schülerduden Fremdwörter, der 17,95 Euro kostet“, sagt Elke Franke. Sie hat bereits einige Exemplare bestellt, benötigt jedoch Spenden zur Refinanzierung.

Wer helfen und Kinder glücklich machen möchte, hat bei der Aktion Wunschbaum bis zum 18. Dezember Zeit. Bis dahin müssen die Wunschpakete in den Geschäften abgegeben werden, damit die Geschenke rechtzeitig zu Heiligabend bei den Kindern ankommen. Einige Familien versorgen Holsteiner helfen Holsteinern auch mit einem Spenden-Weihnachtsbaum.

Für Rückfragen oder weitere Informationen ist Elke Franke in der Kinderkleiderkammer des Vereins vormittags unter der Telefonnummer 04121/4916178 oder per E-Mail unter holsteiner.elmshorn@web.de erreichbar.