Uetersen

Neues Konzept für Uetersens Bleekerstift?

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Fabian Schindler

Investor und Grüne befürworten übergreifendes Wohnmodell. Bauausschuss berät heute

Uetersen. Was wird aus dem Bleekerstift? Diese Frage beschäftigt Uetersen seit 2012, als die Regio Kliniken ihren Abschied aus der Rosenstadt verkündeten. Die Grünen fordern jetzt, dass das Areal am Bleekerstift sinnvoll und übergreifend neu geplant wird.

Momentan plant die Stadt, auf dem Gelände vor dem ehemaligen Krankenhaus neue Häuser bauen zu lassen. Hierfür gibt es mehrere Interessenten, die unter anderem barrierearme Wohnungen bauen wollen. Anstatt lediglich das Areal an der Reeperbahn/Bleekerstraße neu zu planen, wird nun von Seiten eines möglichen Investors vorgeschlagen, nicht nur das Neubauareal, sondern auch die Flächen des ehemaligen Krankenhauses komplett zu überplanen und ein übergreifendes Konzept zu erarbeiten. Diesen Plan begrüßt die Grünen-Fraktion.

Vor sieben Jahren hatten die Regio Kliniken das Bleekerstift übernommen. Nach Differenzen mit der Verwaltung hatte die Klinikleitung im August 2012 verkündet, den Standort zu wechseln. Die Stadt hatte damals beschlossen, den Park des ehemaligen Bleekerstifts als Baugebiet auszuweisen. Damit sollte der Mangel an Wohnraum in der Stadt zumindest in Teilen beseitigt werden. Für die Klinikleitung war dies untragbar. Sie argumentierte, dass die Klinik bei einer Bebauung des angrenzenden Parks den Großteil ihrer Parkplätze verlieren würde. Eine Ausweichoption gab es nicht. Auch finanzielle Gründe spielten eine Rolle. Das Bleekerstift gilt als stark sanierungsbedürftig, eine Modernisierung war aus Sicht der Klinikleitung unrentabel.

Die Stadtverwaltung sah in dem angekündigten Umzug der Klinik und der geplanten Veräußerung der Flächen eine Chance für Uetersen. „Eine Überplanung bietet uns Chancen für die Stadtentwicklung“, erklärte Bürgermeisterin Andrea Hansen damals. Seitdem ist aber wenig auf dem Areal geschehen. Das soll sich nun ändern.

Vier Investoren wollen an der Reeperbahn Mehrfamilienhäuser bauen

Derzeit liegen der Verwaltung für das Grundstück an der Bleekerstraße insgesamt vier Kaufangebote für 400.000 bis 450.000 Euro vor. Alle vier Interessenten planen, auf dem Gelände Mehrfamilienhäuser zu errichten. Ein Interessent, die Firma Semmelhaack aus Elmshorn, beabsichtigt, ein Gesamtkonzept inklusive der Flächen der Regio Kliniken vorzustellen. Wie die Pläne im Detail aussehen sollen, wird im Bauausschusss am heutigen Donnerstag, 31. Oktober, von 19 Uhr an im Uetersener Rathaus erläutert.

Die Grünen begrüßen die Idee, die beiden städtebaulich als wertvoll eingeschätzten Areale, also ehemaliges Bleekerstift und das Gelände an der Reeperbahn, in einen gemeinsamen Bebauungsplan aufzunehmen. Aufgrund seiner Größe und Lage biete das Gesamtareal eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, sodass es nur sinnvoll sei, ein klares strukturiertes Gesamtkonzept zu erarbeiten, das die Stadt voranbringe. Kritisch sehen die Grünen die derzeitigen Pläne der Stadt, die Flächen scheibchenweise zu veräußern. Die Stadt verspiele damit Potenziale.

Laut Grünen-Ratsfrau Andrea Schneider bietet sich aufgrund der besonderen Lage zu den Schulen und dem Stadtwerkehaus an, das alte Klinikareal auch für Zwecke des Gemeinwesens zu nutzen. In das Bleekerstift würde beispielsweise sehr gut die Stadtbücherei passen, für die seit langem schon ein neuer Standort gesucht werde. „Vereine und Verbände könnten hier ebenso ihren Platz finden wie ein Jugendcafé“, so die Grünen-Politikerin.

„Das Gelände hat sehr viel Potenzial und kann zu einem lebendigen und lebenswerten neuen Teil der Stadt werden, in dem die Leute gerne leben und sich wohlfühlen“, so auch Thorsten Berndt, Grünen-Fraktionschef. „Vielleicht lassen sich hier ja sogar Mehrgenerationen-Häuser realisieren.“ Er kann sich vorstellen, dass es Investoren gibt, die Lust auf mehr als nur Wohnkästen hätten und Modelle für eine neues, spannendes Wohn- und Lebensareal im Kern von Uetersen entwickeln wollten.

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