Kreis Pinneberg

10.000 Pendler müssen demnächst umsteigen

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Fabian Schindler

Die Deutsche Bahn erneuert im September die Gleise zwischen Elmshorn, Tornesch und Pinneberg. Fast alle Züge fallen dann aus.

Kreis Pinneberg. Mehr als 10.000 Bahnpendler müssen sich in den kommenden Wochen auf einen neuen Fahrplan einrichten und auf Ersatzbusse umsteigen. Der Grund sind umfangreiche Bauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Tornesch und Pinneberg, dem Bahnhof Wrist und dem Bahnübergang Lieth auf der Strecke Elmshorn-Tornesch. Die Deutsche Bahn wird unter anderem sechs neue Weichen bei Wrist einbauen sowie bei Tornesch auf 3,5 Kilometern Länge insgesamt 13 Kilometer Schienen, 10.700 Schwellen und 7.800 Tonnen Schotter verlegen. Da die Arbeiten rund um die Uhr stattfinden, wird es zu Lärmbelästigungen für Anwohner kommen.

"Die Bauarbeiten betreffen eine sehr stark befahrene Strecke, daher müssen sich alle Bahnreisenden auf starke Veränderungen im Bahnverkehr einstellen", so Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Mehr als sieben Millionen Euro investieren Bahn, Bund und Land auf der Strecke zwischen Flensburg und Hamburg, die dann teilweise nur eingleisig befahren werden kann. Der Beginn der ersten Arbeiten ist bereits für Freitag, 30. August, geplant. Laut Bahn sollen die Bauarbeiten am 14. Oktober abgeschlossen sein.

"Praktisch alle Züge fallen in dieser Zeit aus. Mit Ersatzbussen und aufgestockten Zügen werden wir Alternativen bieten", sagt Robert Guggenberger von der DB-Regionalbahn Schleswig-Holstein. In diesem Zeitraum wird es daher einen völlig neuen Fahrplan für Bahnreisende geben.

"Ab Montag ist im Internet der neue Fahrplan vorhanden. Wir raten dringend allen Bahnreisenden, sich rechtzeitig zu informieren", sagt Guggenberger. Detaillierte Informationen zu den Fahrzeiten gibt es unter www.bahn.de/bauarbeiten im Internet. Fahrgäste sollen auch mit Lautsprecheransagen, Aushängen an den Bahnhöfen und in den Zügen sowie von den Zugbegleitern informiert werden.

Zwischen 30. und 31. August werden zahlreiche Züge zwischen Hamburg-Altona beziehungsweise Pinneberg und Elmshorn ausfallen. Fahrgäste können, je nach Fahrtziel, auf die S-Bahn und auf die Ersatzbusse ausweichen. Die meisten Züge von und nach Flensburg fallen zwischen Hamburg und Neumünster aus. Ersatzweise können Züge der Verbindung Hamburg-Kiel genutzt werden.

Zwischen Montag, 2. September, und Freitag, 27. September, fallen die Regionalbahnen zwischen Elmshorn und Pinneberg bis auf wenige Ausnahmen komplett aus. "Wir haben auch hier Ersatzbusse für die Zeit von 4 Uhr bis 24 Uhr organisiert. Diese werden montags bis freitags im Zehn-Minuten-Takt fahren, am Wochenende im 20-Minuten-Takt", sagt Guggenberger. Zwischen Flensburg und Hamburg fallen viele Züge des SH-Express zwischen Neumünster und Hamburg aus. Als Ersatz stehen auch hier die Regionalexpress-Züge Hamburg-Kiel zur Verfügung. Diese Züge werden auf sieben Doppelstockwagen verstärkt, um Engpässe zu vermeiden. "Jene Züge, die noch fahren können, werden aber etwa 15 Minuten länger als sonst brauchen, weil abschnittsweise nur ein Bahngleis zur Verfügung steht", sagt Guggenberger. Dadurch könnten sich auch die Abfahrzeiten verändern.

Auch Strecke Itzehoe-Glückstadt betroffen

Wegen der Weichenerneuerung in Wrist werden zwischen dem 10. und 14. September außerdem einzelne Regionalbahnen zwischen Itzehoe und Glückstadt durch Busse ersetzt. Von Mittwoch, 2. Oktober, bis einschließlich Montag, 14. Oktober, fallen nahezu alle Regionalbahnen zwischen Neumünster und Elmshorn aus sowie viele SH-Express-Züge. Einige Regionalbahnen der Strecke Kiel-Hamburg fallen auf dem Teilstück zwischen Neumünster und Elmshorn beziehungsweise Hamburg aus. Auch hier ist ein Busersatzverkehr eingerichtet. "Woran alle Fahrgäste denken sollten ist, dass in den Bussen keine Fahrkarten gekauft werden können. Sie müssen vorher an Automaten erworben werden", so Guggenberger.

Die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wird weiterhin fahren. "Wir rechnen mit einem größeren Ansturm von Reisenden, daher werden wir unsere Züge von 6er- auf 10er-Wagen aufstocken. Dennoch sollten alle Fahrgäste die neuen Fahrpläne genau studieren, damit es keine Überlastungen gibt", sagt NOB-Marketingleiter Kay Götze. Der Sonderfahrplan wird auch auf der Webseite der NOB unter www.nob.de zum Herunterladen zur Verfügung stehen und in den Zügen der NOB ausgelegt.

Laut DB-Sprecher Meyer-Lovis werde das Bauprojekt seit zwei Jahren vorbereitet. "Es ist ein großer Einschnitt, den wir in den Bahnverkehr machen, aber er ist notwendig. Die Gleise müssen auf der Strecke jetzt erneuert werden", sagt der Bahnsprecher. Die Bahn will bei allen Baustellen lärmgedämpfte Arbeitsgeräte einsetzen. Dass es dennoch zu Lärmentwicklungen kommen werde, sei unvermeidbar.

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