Friedrich-Ebert-Strasse

Neubauten: Pinnebergs City bekommt Kontur

Die VR Bank plant neben der Zentrale an der Friedrich-Ebert-Straße in Pinneberg ein neues Büro- und Geschäftshaus sowie ein Parkhaus.

Pinneberg. Die Pinneberger Innenstadt nimmt Kontur an. Nachdem der Edeka-Markt-Betreiber Meyer auf dem Gelände der ehemaligen Zentrale der Kreissparkasse Pinneberg nördlich der Friedrich-Ebert-Straße jetzt einen großen neuen Verbrauchermarkt baut, zieht die VR Bank nach.

Die beiden Vorstände Horst Alsmöller und Uwe Augustin stellten in der Vertreterversammlung ihre Investitionspläne erstmals öffentlich vor. Demnach will die größte Genossenschaftsbank im Kreis Pinneberg auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück neben ihrer Zentrale ein fünfgeschossiges Gebäude errichten. In den beiden unteren Etagen sollen Einzelhandelsflächen von bis zu 4000 Quadratmetern geschaffen werden. Darüber sind Büroflächen geplant, die die Bank zum großen Teil für ihre 280 Mitarbeiter selber nutzen möchte.

Neu an dieser Planung ist ein Parkhaus mit etwa 250 Stellplätzen auf dem Gelände des ehemalige Arbeitsamtes, das abgerissen wird. Dieses Parkhaus will die VR Bank selber betreiben. Ohnehin möchte die Bank Eigentümer des gesamten Komplexes bleiben, in den sie nach bisheriger Planung zwölf Millionen Euro investieren will. Die Einzelhandelsflächen sollen an zwei große Filialisten langfristig vermietet werden, betont Alsmöller. "Wir möchten mit diesen 'Ankermietern' einen Mietvertrag über zehn Jahre abschließen."

Die Stadtverwaltung stellt diese neuen Pläne vor große Herausforderungen. So wirft das Vorhaben, direkt an der Friedrich-Ebert-Straße ein großes Parkhaus mit acht gegeneinander versetzten Ebenen zu errichten die ursprünglichen Planungen über den Haufen. So war der auf der von der Ratsversammlung beschlossenen Sanierungssatzung fußende Bebauungsplan 136 für die Innenstadt bereits im Januar beschlussreif, sagt Klaus Stieghorst, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauen. Dies sei aber zurückgestellt worden, um die konkreten Planungen der VR Bank abzuwarten. Nun müssten die bisherigen Planungen dem Vorhaben der VR Bank angepasst werden.

Ein Kernstück der neuen Innenstadt-Gestaltung ist das Vorhaben, eine neue Nord-Süd-Verbindung für Fußgänger vom Marktplatz mit Querung der Friedrich-Ebert-Straße zur Dingstätte zu schaffen. Dies soll über die jetzige Ausfahrt der vorhandenen etwa 100 Pkw-Stellplätze der VR Bank geschehen. Wenn dort nun die Zufahrt zu einem neuen Parkhaus entstünde, würde dies zu erheblichen verkehrlichen Problemen führen, sagt Stieghorst.

Darum sollten nun beide Konzepte überarbeitet und der Politik im Herbst zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Pläne der VR Bank mit neuem Einkaufszentrum und Parkhaus am Standort des alten Arbeitsamtes sollen dabei so realisiert werden, dass die neue Fußgängerzone erhalten bleiben kann. "Diese soll weiterhin frei von Kfz gehalten werden", betont Stieghorst. "Wir führen jetzt mit allen Nachbarn und Grundstückseigentümern Gespräche." Nachbar Hermann Kunstmann vom gleichnamigen Mode- und Sporthaus an der Dingstätte sagt dazu: "Für Pinneberg kann das nur gut sein. Das trägt definitiv zur Belebung der Innenstadt bei. Wir freuen uns, wenn das so realisiert werden würde." Auch das geplante Parkhaus wäre gut für die Kunden. Weiterhin sei noch zu prüfen, wie viel zusätzliche Verkaufsfläche mit welchem Sortiment hier geschaffen werden soll, sagt Stieghorst. Der stark angestiegene Internethandel mache eine Überarbeitung des Entwicklungskonzepts notwendig. Die Beratungsgesellschaft BBE hat der Stadt dazu bereits eine erste Einschätzung gegeben. Demnach wären 3200 Quadratmeter Verkaufsfläche im neuen Einkaufszentrum der VR Bank ausreichend. Zudem rät BBE, darin möglichst einen großflächigen Elektrofachmarkt anzusiedeln. Von einer kleinteiligen Vermietung an Anbieter für Bekleidung, Textilien, Schuhe und Lederwaren sei abzuraten.

Das deckt sich mit den Plänen der VR-Bank-Chefs. "Optimal wäre ein Angebot, das es in Pinneberg noch nicht gibt. Wir wollen nächstes Jahr mit dem Bau beginnen und 2015 das Objekt eröffnen." Zunächst soll das Parkhaus gebaut werden, damit keine Engpässe an Parkraum entstehen, wenn der Einkaufs- und Büroflächenkomplex entsteht. Zugleich betont der Vorstand, der für seine Pläne grünes Licht vom eigenen Aufsichtsrat hat, eng mit der Stadt Pinneberg und seinen politischen Gremien die weiter Detailplanung zu gestalten. "Für uns hat sich mit der Bebauung des alten Kreissparkassenareals durch Edeka-Meyer die gesamte Planung geändert. Mit unseren Plänen bringen wir uns nun in die Neugestaltung der Innenstadt ein." Das sieht auch Bürgermeisterin Urte Steinberg so: "Dies ist der nächste Schritt nach dem Bauvorhaben von Herrn Meyer zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt. Einfach klasse!"