Kommentar

Von anderen Ländern lernen

Während sich die Briten vielleicht von Europa verabschieden wollen, rückt das Festland immer enger zusammen. Nicht nur die Eurokrise macht dies notwendig. Auch die Menschen und Verwaltungen suchen zwei Generationen nach dem letzten großen Krieg den Austausch: Sie wollen voneinander lernen.

Im Kreis Pinneberg ist gerade ein Vorzeigeprojekt erfolgreich zu Ende gegangen. Zweieinhalb Jahre lang haben Lehrer aus verschiedenen Orten unterschiedlicher Schulen regen Kontakt mit Kollegen in Italien geführt. Sie besuchten sich mehrmals gegenseitig und stellten erfolgreiche Ideen, Konzepte und Projekte in ihrem Schulalltag der anderen Seite vor. Daraus entstand ein reger Informationsaustausch, an dem auch die Schul- und Jugendverwaltung des Kreises Pinneberg beteiligt waren.

Die Bilanz kann sich sehen lassen, betonen jetzt die Macher dieses binationalen Projekts. So erfuhr die deutsche Seite, dass ein gewisser Stolz auf die eigene Arbeit diese durchaus befördern kann. Sie erkannten aber auch, wo es hierzulande noch Handlungsbedarf gibt: Auf dem Gebiet, behinderte Kinder in die Gesellschaft und die Schulen zu integrieren, ist Italien Vorreiter in Europa. Da ist Schleswig-Holstein wegen seines Schulgesetzes zur Inklusion zwar auf einem guten Weg. Aber im Vergleich zu Italien steckt das noch in den Kinderschuhen. Daher ist es gut, wenn unsere Lehrkräfte lernen, wie dies andere Länder besser machen.