Pinneberg

Initiative gegen Wedeler Kraftwerk erringt Teilerfolg

Bürgermeister will beim Genehmigungsverfahren Bedenken der BI einbringen

Wedel. Die Anwohner rund um das Wedeler Areal, auf dem Vattenfall ein neues Gaskraftwerk in die Höhe ziehen will, sind alarmiert. Sie fürchten den Lärm während der jahrelangen Bauphase. Sie kritisieren den bislang geplanten massiven Baukörper und sie wollen mehr Fakten zu dem von den Turbinen ausgehenden Infraschall, der bei dauerhafter Belastung gesundheitsschädlich sein soll. Diese Bedenken wird die Stadt Wedel jetzt ins bereits laufende Genehmigungsverfahren für das Gaskraftwerk einbringen. Das teilte Bürgermeister Niels Schmidt am Donnerstagabend in der Ratsversammlung mit. Zudem will Schmidt das Gespräch mit Vattenfall suchen. Ein Infotermin mit politischen Vertretern ist zudem angedacht.

Damit reagiert die Stadt Wedel auf den massiven Widerstand, der sich gegen das Gaskraftwerk formiert hat und seinen Niederschlag auch in der turbulenten Einwohnerversammlung fand. Die Kritiker und Anwohner haben sich zur Bürgerinitiative (BI) "Stopp! Kein Mega-Kraftwerk in Wedel" von etwa 200 Mitgliedern zusammengetan. Die BI veranstaltete am Mittwochabend eine Infoveranstaltung zur alternativen Energiegewinnung nach dem Kieler Beispiel, wo jetzt auf 20 kleine Blockheizkraftwerke statt eines großen Gaskraftwerkes gesetzt wird. Nach dem Abend fordert die BI mehr Zeit, um das beste Konzept für Wedel zu finden. Drei Monate lang soll das Genehmigungsverfahren ausgesetzt werden. Währenddessen sollen, wenn es nach der BI geht, alle Beteiligten auch aus Hamburg an einen Tisch.