Pinneberg

Tornesch kämpft weiter für bessere Zuganbindung

Tornesch. Seit Jahren kämpfen Tornescher Politiker dafür, dass mehr Züge in ihrer Stadt halten. Täglich pendeln 3500 Tornescher zur Arbeit. Wenn es nach Bürgermeister Roland Krügel geht, soll sich ihre Situation künftig verbessern. Der Zeitpunkt ist günstig, denn die Karten werden neu gemischt: Drei Bahnunternehmen haben sich beim Land Schleswig-Holstein darum beworben, das Bahnnetz Mitte ab Dezember 2014 zu betreiben: DB Regio, Nordbahn und Nord-Ostsee-Bahn. Bis Ende des Jahres will das Land entscheiden, wer den Zuschlag erhält.

Auch Krügel hofft auf ein gutes Blatt: "Wir wollen eine schnelle Verbindung." Das schleswig-holsteinische Verkehrsministerium hat dies bisher abgelehnt. Der Grund: Das Land sei bestrebt, die Reisegeschwindigkeit des Regionalexpress Kiel-Hamburg zu erhöhen. Ein weiterer Halt sei kontraproduktiv. Die Politik will sich damit aber nicht zufrieden geben. Im jüngsten Umweltausschuss wurde beschlossen, beim Landesverkehrsamt Schleswig-Holstein (LVS) den stündlichen Halt des Regionalexpresses Kiel-Hamburg in Tornesch - dem zehntgrößten Bahnhof im Land - einzufordern. "Wir werden uns auch an den notwendigen Mehrkosten finanziell beteiligen", sagt Krügel. Er glaubt, die Landesregierung würde gegen einen zusätzlichen Halt in Tornesch argumentieren, weil das Land leere Kassen hat. Der Bürgermeister kritisiert, dass in Kiel über die Köpfe der Stadt hinweg geplant wird. Vertreter des LVS waren seiner Einladung zum Umweltausschuss nicht gefolgt.

Tornesch wächst in den nächsten Jahren um zirka 25 Prozent, so die Prognose des Umweltausschusses. "Schon jetzt ist die Autobahn 23 im Berufsverkehr ständig überlastet", heißt es in ihrem Beschluss, der nun nach Kiel geschickt werden soll. Die Tornescher Politiker wollen jetzt eine Lösung, nicht erst 2027. Dann soll nämlich die geplante Express-S-Bahn 4 realisiert werden. Die S 4 wird im 20-Minuten-Takt zwischen Itzehoe und Hamburg fahren. Tornesch würde so besser an die Hansestadt angebunden. Aber das ist Zukunftsmusik. "Die zeitliche Schiene hierzu - nach Fertigstellung der Fehmarn-Belt-Querung - ist für uns aber völlig inakzeptabel", heißt es im Umweltausschuss.