Pinneberg

"Wir halten die Elefanten artgerecht"

Politiker fordern Verbot für Wildtier-Zirkusse in Elmshorn. Direktor Renz versteht die Aufregung nicht

Elmshorn. Leica, Dehli und Maja wirken auf den Elefanten-Laien nicht so, als gehe es ihnen schlecht. Die drei großen Tiere tummeln sich derzeit auf den Steindammwiesen in Elmshorn. Zirkusdirektor Franz Renz versteht die Aufregung nicht, die Lokalpolitiker derzeit ergriffen hat und die die Wählergemeinschaft Elmshorn/Die Grünen sogar veranlasste, den Sozialausschuss mit dem Thema zu beschäftigen, keine Zirkus-Unternehmen mit Wildtieren im Programm in der Stadt zu dulden.

Leica, Dehli und Maja stehen tagsüber auf der Wiese, rupfen Gras, beschnuppern einander und trompeten leise, wenn Besuch in ihre Nähe kommt. "Jedermann ist eingeladen zu gucken, wie gut es unseren Tieren geht. Wir halten sie artgerecht", sagte Franz Renz. Sohn Amando kümmert sich um die Tiere. "Wir haben sie schon als Babys bekommen, Leica von einem anderen Zirkus, die beiden anderen über ein Unternehmen aus Indien. Jetzt sind sie zwischen 29 und 35 - im besten Alter", sagte Amando Renz.

Anstrengende oder gar gefährliche Kunststückchen hat Zirkus Renz mit den drei dicken Damen gar nicht im Programm. Kopfstand? - "Um Gottes Willen!", Auf die Hinterbeine stellen? "Nein" Auf einem Ball balancieren? "Auf keinen Fall." Aber was machen die Tiere denn überhaupt? "Sie gehen meistens herum. Große Attraktion ist, dass man sich auf dem Rücken eines Elefanten fotografieren lassen kann", sagt Direktor Renz. Besonders Kinder hätten das gern, sie fütterten die Tiere auch aus der Hand. Probleme gab es noch nie. Und was sagt der Zirkusdirektor zu Politiker-Protesten? "Das ist gar nicht so schlimm. Das bringt uns große Aufmerksamkeit und mehr Leute kommen vorbei."

Von der Diskussion genervt ist mittlerweile Elmshorns Bürgermeisterin Brigitte Fronzek. "Natürlich sind wir alle gegen Tierquälerei. Aber mit Zirkussen habe ich überhaupt kein Problem, wenn die Tiere ordnungsgemäß gehalten und gut behandelt werden", sagte die Verwaltungschefin. Es sei Aufgabe des Veterinäramts der Kreisverwaltung, die Haltung zu überprüfen.

Zum konkreten Wirbel ergänzte Brigitte Fronzek, dass man eigentlich andere Sorgen habe. "Mir wäre mal eine Diskussion über Kinderschutz erheblich wichtiger als diese Elefanten-Diskussion." Die Kreisverwaltung teilte mit, dass Zirkus Renz wie alle anderen auch von Tierärzten während des Gastspiels im Kreis Pinneberg besucht wird. Negative Erfahrungen habe man noch nicht gemacht. Die Vorstellungen auf den Steindammwiesen beginnen am heutigen Donnerstag um 17 Uhr, Freitag und Sonnabend um 19 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.