Moment mal!

Pinneberg trägt tristes Grau

Lange genug hat es ja gedauert mit der abschnittsweisen Umgestaltung der Pinneberger Fußgängerzone.

Nachdem der Fahltskamp-Zipfel bis zur Bahnhofstraße bereits fertiggestellt ist, wurde nun seit Monaten bis zum überraschend frühen Wintereinbruch auf dem Lindenplatz gebuddelt, planiert und gerüttelt, dass bei manchen Anliegern die Tassen im Schrank klirrten. Apropos: Wie viele dieser Porzellan-Trinkgefäße mögen wohl in besagten Möbelstücken jener Planer gefehlt haben, die für die Farbgestaltung der Fläche zuständig waren?

Der endlich geschmolzene Schnee macht deren Fehlgriff wieder sichtbar: Tristes Grau, nur eine Nuance heller als die bisherige Beplattung, "ziert" den neuen Lindenplatz. Ein Blick aus dem Redaktionsfenster der Pinneberger Zeitung zeigt das ganze Ausmaß der ebenso gräulichen wie gräulichen Aktion. Denn die Plattenleger haben ganze Arbeit geleistet und Stück für Stück das leicht angeschrägte Areal bis auf ein paar Quadratmeter erneuert. Wetten, dass die restliche Baustelle auch noch graue Vierkantstücke zur abschließenden Oberflächengestaltung bekommen wird?

Um zu sehen, wie man es besser machen kann, ist nicht einmal ein Ausflug nach Rellingen nötig. Dort gibt es schon seit Jahrzehnten trotz stabiler schwarzer Mehrheit im Rathaus auf dem Arkadenhof leuchtend rotes Gestein. Doch selbst die Pinneberger haben schon gezeigt, wie es bunter geht: Die Fußgängerzone im unteren Bereich der Dingstätte und des Rübekamps wurde schon vor Jahren rot "geklinkert".

Ich habe einen Verdacht: Vielleicht spielt bei der Farbauswahl die finanzielle Situation der Stadt eine Rolle. Womöglich sind graue Platten billiger als roter Belag. Mit anderen Worten: Je mehr Pinneberg in den roten Zahlen steckt, desto gräulicher wird der Lindenplatz.