Pinneberg
Infrastruktur: Bahntrasse wird ausgebaut

Startschuss: AKN fährt ab 2011 zweigleisig

Wenn die 3,3 Kilometer große Lücke auf der Strecke Altona-Neumünster geschlossen wird, ist die Grundlage für eine "echte Schnell-Bahn" gelegt.

Hasloh/Quickborn. Verkehrsminister Jost de Jager und AKN-Vorstand Klaus Franke haben gestern in Hasloh den offiziellen Startschuss für den zweigleisigen Ausbau der Schienenstrecke zwischen Hasloh und Quickborn gegeben. Dieses 12,5 Millionen Euro teure Bauvorhaben werde fachintern als "zweite Stufe des dritten Bauabschnitts" genannt, sagte der Minister aus Kiel. "Das gibt seine Bedeutung aber nur unzureichend wieder. Tatsächlich erleben wir hier die dritte Geburt der Schienenverbindung von Schleswig-Holstein nach Hamburg."

Denn nach dem Bau der AKN-Trasse von Altona nach Neumünster vor 125 Jahren, die anfangs mit der Dampflok und heute mit diesel-elektrischen Triebwagen befahren wird, werde nun in den nächsten 18 Monaten die letzte, 3,3 Kilometer lange Lücke auf schleswig-holsteinischem Gebiet geschlossen, die noch nicht zweigleisig ausgebaut ist.

Dies werde den Zugverkehr zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen nicht nur zuverlässiger, attraktiver und pünktlicher machen, betonte AKN-Chef Franke. Es ist auch die Voraussetzung für eine "echte Schnellbahn" auf dieser Strecke nach Hamburg.

Das Ziel einer S-Bahn-Verbindung von Kaltenkirchen über Quickborn, Hasloh und Bönningstedt nach Hamburg hätten CDU und FDP mit ihrem "Achsenkonzept" im Koalitionsvertrag festgelegt, sagte de Jager. Der Minister blieb aber vorsichtig, weil derzeit mehrere "Jahrhundertprojekte" wie die Fehmarn-Belt-Querung, der Ausbau der A 20 und der U-Bahn-Hafencity finanziert werden müssen.

Doch AKN-Vorstand Franke nannte für dieses hausintern genannte "S 21"- Projekt bereits ein Zieldatum: "Bis 2017 sollten wir die S-Bahn-Verbindung geschafft haben." Dann nämlich müssten die Fahrzeuge der AKN ohnehin erneuert werden, was eine Investition in die Elektrifizierung der AKN-Strecke sinnvoll machen würde. 60 Millionen Euro würde dies kosten, sagte Franke. "Wir sind da dran. Mit der AKN haben Sie eine kräftige Mannschaft, die das verwirklichen kann", versicherte Franke dem Verkehrsminister.

Wünsche äußerten auch die vom Ausbau betroffenen Gemeindevertreter. Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund bat darum, bei dem Bau des zweiten Gleises gleich ein Glasfaserkabel mit zu verlegen, was dem Ort eine bessere und kostengünstige Breitbandverbindung ins Internet ermögliche würde. Dabei könnte sich Hasloh über eine solche AKN-Leitung gleich in das Quickborner Projekt einkaufen, wo die Stadtwerke eine flächendeckende moderne Glasfaser-Kooperation mit Norderstedt starten. Ein Wunsch, der sofort Gehör fand.