Das A auf der Ampel sorgt für "grüne Welle"

| Lesedauer: 2 Minuten
Arne Kolarczyk

Freie Fahrt für Busse - dank Ampelbeeinflussung.

Kreis Pinneberg. Was sich Autofahrer sehnlich wünschen, ist für Chauffeure von Linienbussen längst Realität: die "grüne Welle". Das Zauberwort heißt Ampelbeeinflussung. In Pinneberg, wo das System vor drei Jahren erstmals erprobt wurde, gibt es jetzt sogar an einigen Stationen eine Ampel an der Ampel: Die rechts angebrachte Zusatzleuchte mit dem Buchstaben A signalisiert dem Busfahrer, dass seine Anforderung für Grünlicht angekommen und umgesetzt worden ist. Zwei Strecken in der Kreisstadt zeigen für den Liniendienst Dauergrün: der Straßenzug Damm/Friedrich-Ebert-Straße sowie der Bereich Bahnhof/Mühlenstraße. "Wir würden auch gerne den Thesdorfer Weg einbeziehen", so Susanne Rieschick-Dziabas, Pressesprecherin der Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG). Erste Gespräche für eine Ampelbeeinflussung in Uetersen sowie rund um die Autobahnanschlusstellen in Halstenbek laufen bereits. Auch auf der Wunschliste des Unternehmens: bestimmte Knotenpunkte in Schenefeld und Wedel. "Die Busse kommen pünktlicher, die Fahrzeit auf den Strecken verringert sich", so Rieschick-Dziabas weiter. Neben den Vorteilen für die Fahrgäste profitiert auch die PVG: Allein die beiden stets "grünen" Straßenzüge in Pinneberg sorgen dafür, dass pro Jahr ein Fahrzeug und zwei Fahrer eingespart werden können. Macht Minderausgaben von 300 000 Euro. Die Umrüstung der Ampelanlagen wird fast vollständig vom Land gefördert. Inzwischen sind alle 180 Busse der Gesellschaft, die im Liniendienst unterwegs sind, mit einem 6500 Euro teuren Bordrechner ausgestattet. Er verfügt über eine Ortungsfunktion, die durch einen Wegstreckenzähler erfolgt. Alle Buslinien sind komplett ausgemessen worden. Der Fahrer muss lediglich die Liniennummer und die Anfangshaltestelle eingeben, den Rest erledigt der Computer. Und zwar vollautomatisch. Er weiß genau, wo sich das Fahrzeug aktuell befindet und sendet ein Datensignal aus. Dieses beinhaltet eine Ampelnummer, die bewirkt, dass nur die gewünschte Ampel reagiert. Unter Berücksichtigung des von Fahrbahnsensoren errechneten Verkehrsflusses verlängert der in der Ampel eingebaute Rechner die Grünphase oder schaltet für den Bus schneller von rot auf grün um. Nachdem der Bus die Kreuzung durchfahren hat, sendet er noch ein Abschlusssignal, mit dem die Normalschaltung der Ampel wieder aktiviert wird. "Gerade in den Hauptverkehrszeiten ist die Anlage besonders wichtig", so PVG-Fahrer Thomas Siemer (42). Lange Rückstaus vor den Lichtsignalanlagen, in denen auch die Busse steckenbleiben, gehören damit der Vergangenheit an. Und auch für die Fahrer bedeutet die grüne Welle eine Erleichterung: Siemer: "Wenn sie 50 fahren, brauchen sie im Optimalfall gar nicht mehr anhalten." Schluss mit dem dauernden abrupten Abbremsen und Anfahren. Erst an der Haltestelle ist die freie Fahrt wieder vorbei . . .

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg