Norderstedt. Ausfall aller Fußball-Partien im Hamburger Amateurbereich bestätigt – von Oberliga bis Kreisliga. Auch Kunstrasen betroffen.

Die Hoffnung war nur kurz: Doch selbst die eigentlich robusten Kunstrasenplätze in Hamburg und Umgebung, so auch in Norderstedt, sind voller Schnee und Eis. Daher hat sich der Hamburger Fußball-Verband zu einer Entscheidung gezwungen gefühlt, die in den letzten Jahren keine Selbstverständlichkeit war: eine Generalabsage.

„In Absprache mit den Bezirksämtern, Städten und Gemeinden“ seien „alle Spiele (Punkt-, Pokal- und Freundschaftsspiele) vom 30. November bis 3. Dezember auf Grund der vorherrschenden Platzverhältnisse, die auf den Sportplätzen keine regulären Spielbedingungen zulassen und zum Teil die Gesundheit der Spieler*innen gefährden könnten, abgesagt“, so der HFV. „Diese Absage gilt auch für die Kunstrasenplätze. Die Stadt Hamburg bittet zu beachten, dass die Kunstrasenspielfelder nicht geräumt werden dürfen.“

Fußball in Norderstedt: Machen Schnee und Eis den Hamburger SV III zum Wintermeister?

Bei Landesligist Hamburger SV III, der ansonsten beim SC Victoria II gespielt hätte, heißt das: Eine Wintermeisterschaft rückt näher. „Das wäre nicht zu verachten, weil andere Teams dann mehr Druck haben. Aber damit beschäftigen wir uns, wenn es so weit kommt“, sagt Trainer Stefan Gehrke. Denn theoretisch gibt es am Freitag, 8. Dezember, noch eine Heimpartie gegen Barmbek-Uhlenhorst II. Staffelrivale Eintracht Norderstedt wäre dann gleichermaßen noch einmal im Einsatz, und zwar gegen Victorias Reserve..

Für den Bezirksligisten Glashütter SV und Trainer André Menzel bedeutet die Absage des Spiels beim SV Groß-Borstel, dass sich die Sperre des Coaches – er hatte gegen Grün-Weiß Eimsbüttel (1:1) Gelb-Rot gesehen – verschieben wird. Menzel wird einmal aussetzen müssen, wobei ihn dies laut eigenen Aussagen in seinem Coaching sowieso nicht beeinflussen würde, auch wenn er offiziell von Co-Trainer Kevin Strominski vertreten wird.

Gesperrter Trainer: „Werde genauso Einfluss haben wie vorher auch“

„Viele Trainer sind immer mal wieder gesperrt. Doch natürlich werde ich dabei sein. Natürlich werde ich auch vor dem Spiel und in der Halbzeit die Ansprache an die Mannschaft halten. Meine Sperre bedeutet, dass ich offiziell nicht auf dem Spielberichtsbogen stehen darf. Aber ob ich auf der Bank sitze oder hinter dem Geländer stehe, ist eigentlich auch vollkommen schnuppe. Ich werde genauso Einfluss haben wie vorher auch“, erklärt Menzel.

Seine Aussagen sind rechtlich korrekt, verweisen allerdings auch unabhängig von ihm selbst auf eine tiefere Problematik im Hamburger Amateurfußball. Ein gesperrter Trainer muss sich laut Regelwerk wie im Profifußball unter die Zuschauer gesellen. Nur bedeutet das im Profifußball einen Tribünenplatz. Der Kontakt zur Mannschaft wird zur Strafe eingeschränkt. Im Amateurfußball jedoch ist es für einen gesperrten Trainer gerade in tieferen Klassen kein Problem, sich hinter die Umrandung nahe der Coaching-Zone zu stellen – und den gleichen oder nahezu gleichen Einfluss auszuüben wie zuvor.

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Konsequenz: Die Sperre ist ein stumpfes, weil so gut wie wirkungsloses Schwert. Gelb-Rote Karten können zudem, wie HFV-Pressesprecher Carsten Byernetzki dem Abendblatt bestätigte, niemals zu Geldstrafen für die Trainer führen. Rote Karten allerdings schon. Zahlen über die Anzahl der gesperrten Trainer pro Wochenende erhebe der Verband nicht.

Wintereinbruch: In Schleswig-Holstein verhängt der Fußballverband eine Generalabsage

Unterdessen hat der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband angesichts der Wetterlage bereits Tatsachen geschaffen und eine Generalabsage verfügt. Diese gelte zunächst nur für dieses Wochenende, und zwar „für alle Spiel- (Kreisklasse C bis Oberliga) und alle Altersklassen (Herren-, Frauen- und Jugendbereich). Die Schneefälle der vergangenen Tage und insbesondere die extremen Temperaturen verhindern nahezu ausnahmslos den Spielbetrieb in ganz Schleswig-Holstein. Aufgrund der Platzverhältnisse und zum Schutz aller Spieler*innen ruht der Ball demnach am Wochenende“, heißt es.