Norderstedt
Selbstvertrauen getankt

HT Norderstedt will den Aufwärtstrend bestätigen

Einer der Hoffnungsträger des HT Norderstedt für die zweite Saisonhälfte: Rückraumspieler Marc Blockus.

Einer der Hoffnungsträger des HT Norderstedt für die zweite Saisonhälfte: Rückraumspieler Marc Blockus.

Foto: Anne Pamperin

Hamburg-Liga-Handballer spielen nach dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale beim TH Eilbeck zum ersten Mal im Jahr 2020 um Punkte.

Norderstedt. Die Weihnachtspause hat den Hamburg-Liga-Handballern des HT Norderstedt offenbar richtig gutgetan. Beim 26:23 (14:12)-Erfolg im Achtelfinale des Hamburger-Pokalwettbewerbs gegen den klassenhöheren Oberligisten SG Hamburg-Nord zeigte die Mannschaft von Trainer Florian Deppe wieder das, was sie auszeichnet: Spielfreude, mannschaftliche Geschlossenheit und Leidenschaft.

Leidenschaft im Überfluss

Letztere war sogar im Überfluss vorhanden: Zehn Minuten vor dem Abpfiff schickte Schiedsrichter Olav Petersen (THB Hamburg 03) nach einer Rudelbildung gleich zwei Norderstedter und zwei
SG-Akteure für zwei Minuten auf die Bank. Deppe: „Das war alles halb so wild. Wir haben Emotionen aufs Feld gebracht. Das gehört zum Handball dazu.“

Mit dem Sieg im Cupwettbewerb tankten die Norderstedter viel Selbstvertrauen. Das war nach zuletzt nach schwächeren Leistungen und zwei frustrierenden Niederlagen in der Punktrunde gegen Hamburg-Liga-Spitzenreiter THB Hamburg 03 sowie den TuS Esingen ein wenig verloren gegangen.

Deckung steht endlich wieder stabil

Am Sonnabend (20 Uhr) steht beim TH Eilbeck das erste Punktspiel im Jahr 2020 an. „Ich weiß ja, was die Jungs können. Sie haben es aber nicht immer gezeigt“, sagt Florian Deppe, der in der Partie gegen die SG Hamburg-Nord endlich wieder eine stabile Deckung sah. Und so soll es auch im Match beim Tabellenvorletzten bleiben.

„Unsere Abwehr stand im Pokalspiel gut. Es wurden richtige Entscheidungen getroffen, Torwart Steffen Bahr hat überzeugt. Ich erwarte aber, dass diese Leistung jetzt Standard wird“, so Deppe, der auch im Viertelfinale des Pokalwettbewerbs gerne wieder gegen einen Oberligisten antreten würde „Dass wir weitergekommen sind, ist cool. Wenn ich mir einen Gegner wünschen dürfte, würde ich den TV Fischbek nehmen.“

Einen höherklassigen Kontrahenten, beispielsweise den Drittligisten SC Als­tertal-Langenhorn, könnten im Cupwettbewerb auch die Hamburg-Liga-Frauen des HTN bekommen, die sich im Achtelfinale beim Ligakonkurrenten TuS Esingen mit 32:29 (16:17) durchsetzten. Für Trainer Bernd Haarbrücker ist die Punktrunde allerdings wichtiger. „Siege im Pokal sind schön. Aber die Begegnungen finden immer abends unter der Woche statt. Das ist für einige Spielerinnen doch sehr zeitaufwendig.“

HTN-Frauen sind aktuell Tabellenführer

Während die HTN-Männer nach ihren letzten beiden Niederlagen auf Rang drei in der Hamburg-Liga abgerutscht sind, führt die Frauencrew die Tabelle an. Nach dem 33:24-Sieg beim Schlusslicht HSV/Hamm 02 steht am Sonntag (18 Uhr) nun das Match beim TSV Uetersen auf dem Programm. „Das ist ein sehr unangenehmer Gegner. Die spielen einen ziemlich wilden Handball. Eigentlich wurde Uetersen als Abstiegskandidat gehandelt. Nun sind sie Sechster, wir sind auf jeden Fall gewarnt“, so Coach Haarbrücker, dessen Mannschaft anschließend noch zwei weitere Auswärtspartien bestreiten muss. „Zu Hause kommen wir besser zurecht. Ich freue mich schon auf unser Spiel am 9. Februar gegen die SG Wilhelmsburg.“

Es gibt noch viel Luft nach oben

Dass die Norderstedterinnen Staffelmeister werden, ist noch längst nicht ausgemacht. „Wir sind keine Übermannschaft, die alles in Grund und Boden spielt. Viele Angriffe werden zu überhastet abgeschlossen, anstatt den Kopf zu heben und zu gucken. Das müssen wir ändern. In der Abwehr haben wir schon einige Systeme ausprobiert, aber ideal ist das ebenfalls noch nicht. Andererseits spielen wir nun mal einen schnellen und intensiven Handball. Und so lange wir mehr Tore werfen als einfangen, ist ja alles gut“, sagt Bernd Haarbrücker.