Norderstedt
Radcross

Querfeldein-Ass Paul Lindenau fährt von Sieg zu Sieg

Der Norderstedter Paul Lindenau (23) liefert in seiner ersten Radcross-Saison als Elitefahrer konstant gute Leistungen ab.

Der Norderstedter Paul Lindenau (23) liefert in seiner ersten Radcross-Saison als Elitefahrer konstant gute Leistungen ab.

Foto: Heike Lindenau

Der Amateur befindet sich in der Form seines Lebens und startet bei der Deutschen Meisterschaft am 12. Januar als Medaillenkandidat.

Norderstedt. Es ist gut gelaufen für Paul Lindenau in diesem Jahr. Der Radsportler vom RV Germania hat in der aktuellen Radcross-Saison einen Sieg nach dem anderen eingefahren, führt im Stevens Cyclocross-Cup und liegt auch in der aktuellen Bundesligasaison der Querfeldeincracks uneinholbar an der Spitze in der Elite-Klasse. Damit wird zum ersten Mal nach vier Jahren Pause wieder ein Fahrer des Hamburger Stevens Racing Teams die nationale Amateurserie gewinnen.

Beim Rennen in Albstadt sind drei Profis dabei

Nun schickt sich der 23-Jährige an, bei den Deutschen Meisterschaften am 12. Januar im schwäbischen Albstadt Edelmetall zu gewinnen. Dort bekommt es Lindenau allerdings nicht nur mit der nationalen Konkurrenz aus dem Amateurbereich zu tun, sondern auch mit den drei deutschen Profis, die ihren Startplatz schon sicher hatten und sich nicht mit einer guten Ligaplatzierung qualifizieren mussten.

Paul Lindenau wird bei der DM in der ersten Reihe des Teilnehmerfeldes neben dem amtierenden Deutschen Meister und Topfavoriten Marcel Meisen aus Stolberg, mit dem Mountainbike-Marathonchampion Sascha Weber (Freiburg) sowie dem diesjährigen Radcross-Vizemeister Manuel Müller vom RSV Rheinstolz Wyhl stehen.

Dominanz dank unzähliger Trainingskilometer

Lindenau rechnet sich Medaillenchancen aus, weiß aber auch, dass die Profis als Favoriten auf die Strecke gehen. „Immerhin habe ich beim Start freie Fahrt, das ist sehr wichtig“, sagt der Deutsche U-17-Meister von 2012. Dass der Harksheider in der aktuellen Rennserie so dominant ist, ist das Ergebnis harter Arbeit und unzähliger Trainingskilometern. „Ich habe im vergangenen Jahr vier Monate in Bordeaux verbracht und mein Programm etwas schleifen lassen. Als ich wieder zurück war, ging gar nichts mehr, ich habe in den Wettkämpfen richtig was auf den Deckel bekommen. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob ich es ganz lasse oder ob ich es noch einmal wissen will.“

Zehn erste Plätze in der Straßensaison

Paul Lindenau entschied sich für Letzteres, ackerte härter als je zuvor und wurde mit Erfolgen – nicht nur im Radcross – belohnt. „Auch die Straßensaison im vergangenen Sommer war mit zehn Siegen meine bisher beste überhaupt“, sagt er, „am meisten habe ich mich über den ersten Platz beim Großen Preis von Buchholz gefreut.“ Dort setzte sich Lindenau überraschend gegen den zweifachen Weltmeister im Mannschafts-Zweierfahren, Theo Reinhardt aus Berlin, durch.

Die Straßensaison ist allerdings längst passé, mittlerweile steht Crossfahren hoch im Kurs. Und auch hier beißt sich die Konkurrenz (fast) immer die Zähne an Paul Lindenau aus. Den vorletzten Wettbewerb im Stevens Cy­clocross-Cup in Appenbüttel gewann Lindenau mit 30 Sekunden Vorsprung auf den Berliner Maximilian Möbius.

Max Lindenau, Pauls zwei Jahre älterer Bruder, kam als Vierter ins Ziel. Auch er darf sich noch Hoffnungen machen, bei der DM in der ersten Startreihe zu stehen. Der 25-Jährige, der in der Bundesliga-Gesamtwertung Rang fünf belegt, hatte in dieser Saison ein wenig Pech und kämpfte unter anderem mit einer hartnäckigen Grippe.

Das Material spielt eine große Rolle

Ob sich die hohen Erwartungen der Lindenau-Brüder erfüllen werden, hängt indes nicht nur von der Konkurrenz ab. Mindestens genauso wichtig sind Tagesform und Technik, Mensch und Material müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. „Wir haben beim Stevens Racing Team ideale Bedingungen und werden in puncto Service und Material perfekt unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Paul Lindenau, der den nationalen Titelkämpfen in Baden Württemberg entgegenfiebert: „Die erste DM-Medaille seit sechs Jahren wäre der absolute Hammer!“