Norderstedt
FUSSBALL

Der SV Henstedt-Ulzburg ist nicht zu stoppen

Tomke Dziesaty (links) und der SVHU hatten mit ihren Kontrahentinnen bislang weitestgehend leichtes Spiel.

Tomke Dziesaty (links) und der SVHU hatten mit ihren Kontrahentinnen bislang weitestgehend leichtes Spiel.

Foto: Thomas Maibom

Sechs Spiele, sechs Siege – Fußballerinnen aus Henstedt-Ulzburg starten herausragend in die Regionalliga-Saison.

Henstedt-Ulzburg. Wenn es so weiter geht, könnte es an der Spitze der Regionalliga Nord zu einem einsamen Zweikampf zwischen den Fußball-Frauen des SV Henstedt-Ulzburg und dem Team von Hannover 96 kommen. Beide Mannschaften beherrschen das Geschehen in den bisherigen sechs Begegnungen derart eindeutig, dass die Konkurrenz der übrigen zehn Clubs eigentlich vor Neid erblassen müsste. Sollten sich beide ungeschlagenen Mannschaften (je 18 Punkte) zweimal mit einem Remis trennen, könnte am Ende der Saison sogar die Tordifferenz über die Titelvergabe entscheiden. Die Konstellation ist noch ein bisschen spekulativ, ausgeschlossen ist sie nach den jüngsten Eindrücken indes nicht.

Die Situation an der Regionalliga-Spitze hat sich insofern ein bisschen verändert, dass „96“ mit dem aktuellen 9:0-Kantersieg gegen den Tabellendritten FC St. Pauli das bessere Ergebnis gegenüber dem SVHU landete, der Abstiegskandidat TSG Burg Gretesch „nur“ mit 5:0 (3:0) schlug. „In der vergangenen Saison wurde gegen diesen Gegner in zwei Partien lediglich ein Punkt gewonnen, insofern können wir zufrieden sein“, sagte Trainer Christian Jürss. Die führenden Teams liegen in der Tordifferenz (29:4/26:6) dicht beieinander. Darum geht es Jürrs gleichwohl auch gar nicht. „Ich bin froh, dass die Spielerinnen weiterhin konstant ihr Leistungsvermögen abrufen. Nach wie vor brennt die Truppe vor Ehrgeiz und Selbstvertrauen.“

Daher war es letztlich auch kein Problem, dass Alina Witt auf dem tiefen Rasen am Schäferkampsweg schon in der 2. Minute ein kleiner Fauxpas unterlief. Die Torjägerin verschoss einen Strafstoß, nachdem sie vorher selbst gefoult worden war. Die Torquote der zehnfachen Saisonschützin stimmt ja allemal: Nach einer Stunde erzielte sie das 4:0, ansonsten trafen Vera Homp (26.), zweimal Melena Lux (28./86.) sowie Franziska Hilmer (30.) per Kopfball – der erste Saisontreffer der Innenverteidigerin. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) tritt der SVHU im Halbfinale des Landespokals beim Oberligisten SV Fortuna Bösdorf an, eine Woche später folgt dann das Gipfeltreffen zu Hause gegen Hannover 96 (13. Oktober, 14 Uhr).

Hamburger SV kommt zu glücklichem Heim-Remis

Mit einem Durchmarsch der HSV-Frauen in die zweite Bundesliga ist hingegen aktuell nicht zu rechnen. Die Aufsteigerinnen mussten sich daheim gegen den Walddörfer SV mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Schon in der ersten Hälfte fanden die HSV-Frauen nicht so richtig ins Spiel, hätten allerdings in Führung gehen können. Carla Morich schoss jedoch vorbei (14.), Anna Hepfer zielte knapp drüber (16.). Doch die Walddörferinnen schlugen zurück und hätten spätestens kurz vor der Pause führen müssen. Christine Rusch tauchte alleine vor HSV-Keeperin Lela-Celin Naward auf, die aber im Eins-gegen-Eins parierte (45.).

Nach dem Wechsel wieder das gleiche Bild. Dieses Mal spielten die Gäste Marie Harder frei – und wieder war Naward im direkten Duell zur Stelle und verhinderte die Führung für den Walddörfer SV. Die Hamburgerinnen kamen hauptsächlich über Standardsituationen zu Torchancen. Joane Beckers scheiterte allerdings gleich zweimal an der Walddörfer-Torfrau Antonia Posdziech, die ebenfalls auf dem Posten war (59./65.). Die Führung für die HSV-Frauen fiel dennoch etwas überraschend. Mehrere Versuche wurden geblockt, da fasste sich Emma Sick ein Herz und der Ball landete unhaltbar im Torwinkel (74.). Gegen einen glücklichen Sieg hätte HSV-Trainer Manuel Alpers sicher nichts einzuwenden gehabt, doch dazu sollte es nicht kommen. Safia Hassam nutzte einen Fehler in der Abwehr der Gastgeberinnen aus und knallte den Ball zum 1:1-Endstand unter die Latte (87.).

„Wenn ich die Gegner sehe, die wir bisher hatten, dann kann ich mit der Punktausbeute nicht zufrieden sein. Alle Punktverluste waren vermeidbar“, sagte Manuel Alpers. „Heute jedoch war es eine gerechte Punkteteilung. Wir müssen uns sogar bei Lela-Celin Naward bedanken, die uns mit ihren Paraden gut im Spiel gehalten hat. Momentan haben wir das Problem, dass aufgrund der Situation mit unseren Verletzten zu viele Spielerinnen auf Positionen ran müssen, die sie nicht gewohnt sind. Das schlägt sich auf unser Spiel nieder. Wir sind einfach nicht konsequent genug.“ Mit zehn Punkten aus sechs Partien bleiben die HSV-Frauen Vierter.