Norderstedt
Pokaltor gegen Bayern

Jetzt kennt ganz Deutschland Norderstedts „Fußball-Gott“

Der Ex-Norderstedter Linus Meyer (SV Rödinghausen) im Zweikampf mit Thiago Alcantara vom FC Bayern München

Der Ex-Norderstedter Linus Meyer (SV Rödinghausen) im Zweikampf mit Thiago Alcantara vom FC Bayern München

Foto: UweSpeck / WITTERS

Linus Meyer, bis zum Sommer Leistungsträger bei der Eintracht, trifft gegen den FC Bayern und überzeugt auch im ARD-Interview.

Norderstedt.  Als Linus Meyer in der 78. Minute von seinem Teamkameraden Joy Mickels ersetzt wurde, brauste ein Beifallssturm durch das Fußballstadion an der Bremer Brücke in Osnabrück. Der Grund: Der Offensiv-Allrounder hatte vor 16.000 Zuschauern kurz nach der Halbzeitpause für Regionalliga-Club SV Rödinghausen gegen den haushohen Favoriten FC Bayern München zum 1:2 getroffen – und so die Partie in der zweiten Runde des DFB-Pokals wieder spannend gemacht.

Meyer, der von 2010 bis Sommer 2018 in Diensten des FC Eintracht Norderstedt stand und von den Fans des Viertligisten als „Fußball-Gott“ verehrt wurde, überzeugte aber nicht nur als Torschütze – sondern auch mit einem herzerfrischenden Interview in der ARD, das sich angenehm vom übellaunigen Statement des Bayern-Stars Thomas Müller abhob.

„Wir konnten unserer Favoritenrolle nicht gerecht werden“, teilte der 26-Jährige dem Fernsehpublikum schelmisch grinsend mit und kündigte zudem an, am späten Abend zusammen mit seinen Mannschaftskollegen noch das eine oder andere Kaltgetränk durch die Kehle rinnen lassen zu wollen.

Linus Meyer: "Einfach nur Ekstase"

Wie professionell beim Tabellenfünften der Regionalliga West gearbeitet wird und wie ernst Linus Meyer den Job bei seinem neuen Club nimmt, wurde am Morgen nach dem Duell zwischen David und Goliath deutlich. Trainer Enrico Maaßen bat seine Truppe um 10.30 Uhr zum Auslaufen. Müde, aber stolz auf die Leistung gegen den übermächtigen deutschen Rekord-Pokalsieger, zogen die Kicker gehorsam ihre Runden. Ohne Restalkohol im Blut, versteht sich. Denn: Am Sonnabend um 14 Uhr hat der SVR die U-23-Mannschaft des 1. FC Köln zu Gast. Da kann man es sich nicht erlauben über die Stränge zu schlagen.

Der Kür folgt also die Pflicht. Was bleibt, ist die Erinnerung. „Ich werde dieses Match mein Leben lang nicht vergessen“, sagte Linus Meyer, „gegen die Bayern gespielt und dann auch noch den besten Torhüter der Welt überwunden zu haben, das ist einfach nur Ekstase.“