Norderstedt
Leichtathletik

Finn Drümmers One-Man-Show in der Jahnkampfbahn

Finn Drümmer (21) verbesserte seine persönliche Rekordmarke um acht Zentimeter und  ist aktuell Neunter in der deutschen Bestenliste

Finn Drümmer (21) verbesserte seine persönliche Rekordmarke um acht Zentimeter und ist aktuell Neunter in der deutschen Bestenliste

Foto: Anne Pamperin

Der Youngster der Kaltenkirchener TS wird mit 2,15 Metern Nordmeister im Hochsprung und qualifiziert sich für die DM in Nürnberg.

HAMBURG.  Das Teilnehmerfeld war überschaubar: Bei den Norddeutschen Meisterschaften der Leichtathleten traten gerade einmal fünf Männer zum Hochsprungwettbewerb an, darunter auch Finn Drümmer von der Kaltenkirchener TS. Eike Onnen aus Hannover (Bestleistung: 2,34 Meter) hatte kurzfristig abgesagt, sodass sich Drümmer zum Titelanwärter mauserte. Aber nicht nur das. Insgeheim hoffte er auch noch, die Norm für die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen in Nürnberg zu unterbieten. Die liegt bei 2,10 Meter – also drei Zentimeter über seiner zwei Jahre alten Bestmarke.

„Der Wettkampf dauert hoffentlich lange“, sagte der 21-Jährige vor dem ersten Sprung – und sein Wunsch sollte sich erfüllen. Was sich in der folgenden Stunde auf der Hochsprunganlage am Rande der Hamburger Jahnkampfbahn abspielte, war mitreißend und sportlich absolut sehenswert.

Der Kaltenkichener überquerte die ersten drei Höhen (1,96, 1,99 und 2,02 Meter) ganz locker im ersten Versuch. Stephane Signie-Diriberry (Hamburger SV) war der einzige Konkurrent, der mithalten konnte. Bei 2,08 Metern war aber auch für ihn Schluss. Dann folgte die One-Man-Show des Finn Drümmer, der bei 2,05 Metern zum ersten Mal jubelte. Anschließend knackte er die DM-Norm – und überquerte dann auch noch 2,12 und 2,15 Meter. Der zweite Versuch über 2,18 Meter sah ebenfalls gut aus, doch diese Höhe war selbst in Topform (noch) nicht zu meistern.

Der angehende Wirtschaftsingenieur war anschließend überglücklich und wusste auch gleich, was die Gründe für seine Leistungsexplosion waren. „Ich konnte zu Hause schlafen und musste keine acht Stunden anreisen. Das Wetter war gut, es hat einfach alles gepasst. Jetzt muss ich aber erst mal Urlaub für die DM einreichen.“

Die Genehmigung dürfte ein Selbstgänger werden; Finn Drümmer, der sein duales Studium abwechselnd an der Nordakademie in Elmshorn und bei den Drägerwerken in Lübeck betreibt, hat flexible Arbeitszeiten.

Der Wettkampf in Nürnberg (21./22. Juli) ist für den Youngster das i-Tüpfelchen auf einer schon jetzt denkwürdigen Saison. Auch Johanna Christine Schulz (23) wäre in knapp zwei Wochen gern bei den nationalen Meisterschaften der Erwachsenen gern dabei, doch daraus wird nichts. Die Mittelstreckenläuferin vom SC Rönnau 74 schaffte es in Hamburg nicht, über 800 Meter die erforderliche Zeit von 2:10 Minuten zu unterbieten, obwohl sie im Finale keine Führungsarbeit leisten musste.

Das Tempo machten stattdessen Isabella Kuhn (LG Nord Berlin) und Alina Ammann (TuS Esingen). Schulz konnte dem Führungsduo jedoch auf den zweiten 400 Metern nicht mehr folgen und kam als Vierte nach 2:10,93 Minuten ins Ziel.

Ihre Enttäuschung über die verpasste DM-Norm war riesengroß. „Ich bin schon sehr traurig. Leider bin ich nicht so gut wie erhofft in die Saison gekommen und habe nach einigen Verletzungpausen in den vergangenen beiden Jahren noch Startschwierigkeiten“, sagte die Psychologiestudentin.

Zufrieden waren indes die 400-Meter-Hürdenläuferinnen des SV Fried­richsgabe, Anna Lindenau und Charlott Jacobs. Jacobs holte sich den U-18-Titel in 65,05 Sekunden und hat nun die Qual der Wahl bei den in drei Wochen in Rostock stattfindenden Deutschen U-18-Meisterschaften.

„Ich bin über die 400-Meter-Hürden und über 400 Meter qualifiziert. Jetzt muss ich überlegen, in welcher Disziplin ich starte. Beides geht nicht“, sagte die 17-Jährige. Ihre Vereinskameradin Anna Lindenau (19) hat sich bereits für die Langhürden entschieden. Sie gewann die Silbermedaille in der Frauenkonkurrenz und freute sich über eine gelungene Generalprobe für die
U-20-Titelkämpfe in Rostock.

Zweite wurde auch Kugelstoßerin Isabell Nimz, die sich der Bramstedter TS angeschlossen hat. Die 33-Jährige war mit ihrer Weite von 12,12 Metern nicht ganz zufrieden. „Meine Bestleistung liegt bei 13,20 Metern“, sagte die gebürtige Stralsunderin.

Norddeutsche Meistertitel gewannen Leoni de Graaf vom SV Fried­richsgabe im Speerwurf der Frauen mit 45,34 Metern sowie die Nor­derstedterin Leann Naima Dietzel (U 18/SC Itzehoe), die sich über 3000 Meter in 10:14,42 Minuten durchsetzte. Daniela Schumann (KT) holte mit 3,50 Metern Bronze im Stabhochsprung der Frauen.

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