Norderstedt
Taekwondo

Auf der Matte wird vor allem mit den Füßen gepunktet

Die Rostockerin Alia Wolf (links) musste sich im Jugend-B-Wettbewerb bis 47 Kilogramm der Dänin Carla Marie Fjordby Jens geschlagen geben

Die Rostockerin Alia Wolf (links) musste sich im Jugend-B-Wettbewerb bis 47 Kilogramm der Dänin Carla Marie Fjordby Jens geschlagen geben

Foto: Anne Pamperin

200 Taekwondo-Kämpfer, darunter auch Gäste aus Südkorea und Dänemark, zeigen beim Internationalen Schleswig-Holstein-Cup ihr Können.

Kaltenkirchen.  Als Kaltenkirchens Erster Stadtrat Hauke von Essen in der Sporthalle am Lakweg seine Grußworte an die rund 200 anwesenden Sportlerinnen und Sportler richtete, hörten diese konzentriert zu. Dann aber war es auch schon vorbei mit der Zurückhaltung, und die ganz in Weiß gekleideten Anwesenden taten das, wofür sie gekommen waren – sie kämpften.

Der Internationale Schleswig-Holstein-Cup im Taekwondo machte seinem Namen alle Ehre. Neben Aktiven aus 20 deutschen Vereinen und Sportschulen waren auch einige Südkoreaner und Dänen am Start. „Nur die israelischen Kämpfer, die sich bei uns angekündigt hatten, haben es leider nicht geschafft. Sie sind wohl im Stau stecken geblieben“, sagte Turnierleiter Werner Masch.

Der 65 Jahre alte Schmalfelder ist seit 2003 leidenschaftlicher Anhänger des Taekwondosports und gründete unter anderem den Kaltenkirchener Verein Mo Rim San. Heute bekleidet der pensionierte Systemtechniker das Amt des Vizepräsidenten für Wirtschaft und Finanzen im Landesverband Schleswig-Holstein, der auch als Ausrichter des Cups fungierte.

Die koreanischen Teilnehmer demonstrierten eindrucksvoll, wie vorzüglich sie den Vollkontaktsport, der aus ihrem Heimatland stammt, beherrschen. Dass Dong-Yun Tak und Young-Seuk Moon weder die englische noch die deutsche Sprache beherrschen, war dabei nebensächlich. Das Duo, das gerade die Militärausbildung in Seoul beendet hat, war vor dem Wettbewerb zu Besuch in Berlin, wo Dong-Yun Taks Cousin Chan-Sung Chung eine Sportschule leitet.

„Ich übersetze für die beiden, wenn sie nicht mehr weiterwissen“, sagte Chung, der neben den ausländischen Gästen noch weitere Sportler in Kaltenkirchen betreute. Auf der Matte waren die beiden Koreaner eine Klasse für sich. Tak gewann in der Klasse bis 68 Kilogramm, Moon triumphierte bei den Männern bis 74 Kilogramm.

Gepunktet wird beim Taekwondo vor allem mit den Füßen. Die Treffer werden über eine elektronische Weste angezeigt, diese muss am Körper festgezurrt werden. Der Kampfrichter kann bei besonderen Techniken, zum Beispiel einem gedrehten Kick, einen Zusatzpunkt vergeben.

Für die eigene Sicherheit sind die Teilnehmer größtenteils selbst verantwortlich. „Tiefschutz, Hand- und Schienbeinschoner muss jeder mitbringen. Die Helme und die Westen stellen wir“, so Werner Masch, der das Equipment der Sportlerinnen und Sportler genau kontrollierte.

Einer der jüngsten Teilnehmer war Dennis Arnold aus Neu-Allermöhe. Erst vor einem Jahr absolvierte der Zwölfjährige seinen ersten „richtigen“ Fight. „Vorher habe ich nur Formturniere bestritten, also Wettkämpfe ohne Gegner“, so der Youngster. Dass er in Kaltenkirchen in der Gewichtsklasse bis
33 Kilogramm nur zwei Duelle zu bestreiten hatte – eines davon ausgerechnet gegen Andrej Krimmel aus seiner Trainingsgruppe in Bergedorf – störte ihn nicht. Er setzte sich gegen beide Kontrahenten durch und gewann den Siegerpokal. Den von der Sparkasse Südholstein gesponserten Cup für die beste Mannschaft erhielt der Hamburger Verein Tangun. Mo Rim San, der mit Hannah Böhm, Daniel und Nicole Schäfer drei Kämpfer stellte, wurde 17.

Die kompletten Ergebnisse sind auf der Internetseite des Taekwondo-Verbandes Schleswig-Holstein unter der Rubrik „Media“ veröffentlicht.

www.tv-sh.de