Norderstedt
Handball

HSG Nord HU spielt sich im Derby in einen Rausch

Mannschaftskapitän Jens Thöneböhn war der erfolgreichste Werfer der HSG Nord HU. Dem Linksaußen gelangen acht Tore

Mannschaftskapitän Jens Thöneböhn war der erfolgreichste Werfer der HSG Nord HU. Dem Linksaußen gelangen acht Tore

Foto: Thomas Maibom

Der Drittliga-Spitzenreiter fegt den HSV Hamburg vor der Rekordkulisse von 1600 Fans mit 36:26 aus der Norderstedter Moorbekhalle.

Norderstedt.  Es war ein denkwürdiges Drittliga-Derby zwischen der HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg und dem Handball Sport Verein Hamburg. Die Hausherren behaupteten mit einem 36:26 (17:13)-Kantersieg nicht nur eindrucksvoll die Tabellenführung. Vor der Rekordkulisse von 1600 Zuschauern in der Norderstedter Moorbekhalle spielte sich das Team um Kapitän Jens Thöneböhn nach dem Seitenwechsel in einen Rausch und lag zwischenzeitlich mit bis zu 14 Toren in Führung.

Dusko Bilanovic, Trainer der HSG Nord HU, hatte sich von der Partie Werbung für den Handballsport erhofft – und die lautstarken Fans sowie zwei hoch motivierte Mannschaften lieferten dann auch beste Unterhaltung.

Den besseren Start in die Begegnung erwischten die Hausherren mit einer schnellen Drei-Tore-Führung. Der HSV hingegen wirkte nervös und schien von der kompromisslosen HSG-Abwehr beeindruckt. Erst eine Auszeit von Gästecoach Jens Häusler brachte den Tabellendritten kurzfristig zurück in die Spur.

Die Überlegenheit der Bilanovic-Truppe konnte er damit aber nicht verhindern. Aus einem starken Defensivverbund heraus gelangen der HSG viele einfache Tore im Gegenstoß, die Führung zur Pause war verdient.

Nach dem Wiederanpfiff bäumte sich der HSV auf und hielt die Partie bis zum 20:18 (35.) offen. „In dieser Phase erleiden wir den Genickbruch. Meine Jungs haben unüberlegt agiert und wollten die Wende mit der Brechstange erzwingen“, sagte Häusler.

Mit einem 11:0-Lauf sorgte die HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg bis zehn Minuten vor Schluss für klare Verhältnisse und ernüchterte Gesichter auf Seiten der Hamburger. Immer wieder kamen die Gastgeber zu einfachen Toren, nicht selten eingeleitet durch den überragenden Keeper Jan Peveling (18 Paraden). Dem Tabellenführer gelang zwischenzeitlich alles, der Ball fand selbst aus unmöglichen Situationen und Winkeln den Weg ins Netz. Am Ende hatten die Hansestädter noch Glück, dass ihr Gegner in der Schlussphase den Vorsprung nur noch verwaltete.

Für Dusko Bilanovic war die sensationelle Abwehrarbeit seines Teams der Schlüssel zum Erfolg. „Nach dem Seitenwechsel habe ich meine Deckung einen Meter weiter nach vorne beordert. So haben wir den Rückraum des HSV aus der Partie genommen und viele einfache Ballgewinne provoziert. Wir haben als Team funktioniert und uns den Sieg vor dieser tollen Kulisse mit einem großartigen Auftritt verdient.“

Dem schloss sich Mannschaftskapitän Jens Thöneböhn an. „Alle haben an einem Strang gezogen. Mit unserem bärenstarken Rückzugsverhalten und Jan Peveling im Kasten haben wir dem HSV den Zahn gezogen.“

Dessen Trainer nahm nach dem Debakel seine Mannschaft in Schutz. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht, das war ein ganz bitterer Abend für uns“, sagte Jens Häusler, „wir haben zu viel vermissen lassen, um in einem Topspiel wie diesem bestehen zu können. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass hier ein Drittliga-Aufsteiger bei einem Zweitliga-Absteiger gespielt hat.“

Ihr nächstes Match bestreitet die HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg am Mittwoch, 9. November, beim Tabellenfünften VfL Fredenbeck.

Tore der HSG Norderstedt Henstedt-Ulzburg: Jens Thöneböhn (8), Benedict Philippi (6), Maris Versakovs, Tim Völzke (beide 5), Julian Lauenroth (4), Nico Kibat (2/1 Siebenmeter), Simon Hedehus, Martin Laursen, Robert Schulze (je 2).


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