Norderstedt
Bad Segeberg

Leichtathleten proben den Ernstfall

Bei den Kreismeisterschaften in Bad Segeberg überprüfen 177 Aktive ihre Form für die am Wochenende anstehenden Landestitelkämpfe

Bad Segeberg. Hannah Dittrich ist konzentriert bis in die Zehenspitzen. Sobald bei den landesoffenen Leichtathletik-Kreismeisterschaften in Bad Segeberg der Startschuss fällt, rennt sie los. Der 50-Meter-Hürdenlauf erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit, denn die 15-Jährige muss seit Jahresbeginn in der Altersklasse U18 starten – eine Umstellung, die nicht einfach ist.

Die Höhe der Hindernisse ist von Altersklasse zu Altersklasse unterschiedlich: Bei den Schülern U18 sind die Hürden nur 91 Zentimeter hoch, in der Männerklasse aber 1,06 Meter. Bei den Frauen steigert sich die Höhe von 76 Zentimetern (U18) auf 84 Zentimetern (ab U20). „Auch an die neuen Hürdenabstände muss ich mich noch gewöhnen. Das habe ich in Bad Segeberg aber schon ganz gut hinbekommen“, sagte Hannah Dittrich. Die in Weede wohnende Sprinterin landete über 50 Meter mit einer Zeit von 8,9 Sekunden auf Rang sieben.

Mit der Leistung in ihrer Lieblingsdisziplin war Hannah Dittrich zufrieden. Noch mehr Spaß macht der Gymnasiastin aber der Teamwettkampf. Bei den gemeinsamen Landesmeisterschaften der Verbände Schleswig-Holstein und Hamburg, die an den nächsten beiden Wochenenden in der Alsterdorfer Leichtathletikhalle stattfinden, will Hannah auf jeden Fall mitmachen. „Ich freue mich darauf, mit den anderen Läuferinnen aus meiner Trainingsgruppe über 4x200 Meter zu starten.“

Während Hannah Dittrich die Titelkämpfe in der Segeberger Kreissporthalle nutzte, um sich an die Gegebenheiten in ihrer neuen Altersklasse zu gewöhnen, sammelten andere Athleten nicht nur Wettkampfpraxis, sondern versuchten auch, persönliche Rekorde zu knacken. Gleich an zwei Tagen tummelten sich 177 Teilnehmer aus27 Vereinen in der Kreissporthalle an der Burgfeldstraße – wie schon im Jahr zuvor. Während in den unteren Altersklassen die Starterzahl ein wenig zurückging, waren bei den Männern und Frauen mehr Aktive als 2014 in den Listen zu finden. Die Konkurrenz war überraschend groß, das stellten auch die beiden Routiniers der Bramstedter Turnerschaft, Kai Neuhaus und Olaf Ohge fest.

Ohge, dessen Spezialdisziplin der Dreisprung ist, versuchte sich unter anderem im Kugelstoßen. „Sechs Zentimeter haben mir zu meiner Bestleistung gefehlt“, sagte der 51-Jährige nach seinem ersten und gleichzeitig weitesten Versuch; das Gerät landete bei 10,69 Metern. Ohge belegte im Feld der bis zu 30 Jahre jüngeren Aktiven immerhin den fünften Rang.

Siege feierten Christo Bartram (SC Rönnau 74) im Weitsprung der Männer mit 6,43 Metern und seine Vereinskameradin Olivia Alexnat (U18) im Kugelstoßen (10,77 Meter). Finn Drümmer (Kaltenkirchener TS) gewann mit 12,57 Metern das Kugelstoßen der männlichen Jugend U20, Aaron Köhler (M15, Bramstedter TS) triumphierte über 50 Meter (6,44 Sekunden), über 50 Meter Hürden (7,44 Sekunden) und im Kugelstoßen (12,43 Meter). Niklas Groneberg (SV Friedrichsgabe) setzte sich im M14-Weitsprung mit 5,25 Metern durch, Charleen Wallmann (BT) gewann mit 10,34 Metern das Kugelstoßen der weiblichen Jugend U20.