Norderstedt
Norderstedt

Ein Test für die Titelreife

Landesliga-Fußballer des TuRa Harksheide treffen diesen Freitag auf den SV Lurup. Der Tabellenführer hofft auf die Treffsicherheit seines Sturmduos

Norderstedt. Die Fußballer des TuRa Harksheide waren erschüttert, als sie von dem Unglück ihres Teamkollegen Marcel Boldt erfuhren. Der Linksaußen wird dem Landesligisten auf unbestimmte Zeit aufgrund von schwerwiegenden Unterschenkelverletzungen fehlen, die der 26-Jährige bei einem Arbeitsunfall erlitten hat (das Abendblatt berichtete). Auch an diesem Freitag werden mit Sicherheit die Gedanken vieler TuRaner bei Boldt sein, wenn der Spitzenreiter der Hammonia-Staffel ab 19.30 Uhr im collatz+schwartz-Sportpark den SV Lurup empfängt.

Doch nicht allein menschlich sei es bitter, sagt etwa Kapitän Sidnei Marschall. „Marcel hat sich als Linksaußen gut eingespielt. Auf der Position hatten wir davor ein paar Schwächen.“ Was zuletzt beim 8:0 gegen den SC Sperber so hervorragend funktionierte, muss nun also teilweise wieder umgestellt werden. Kandidaten gibt es durchaus – Simon-Riza Yücel, Malte Griese oder Dimitri Patrin könnten nachrücken.

Auch im Angriffszentrum gibt es seit Sommer einen Konkurrenzkampf. Mittlerweile scheint es allerdings, als ob sich zwei Akteure durchgesetzt hätten: Hannes Steckel und Benedikt Neumann-Schirmbeck. In beiden Fällen lässt sich sagen, dass diese Saison ein Fortschritt ist, wenn auch unter verschiedenen Umständen.

So kam Steckel, 27, zwar schon 2013 vom SC Poppenbüttel an den Exerzierplatz. Uneingeschränkt überzeugend verlief das erste Jahr jedoch nicht. „Da blieb er etwas unter seinen Möglichkeiten. Jetzt ist er bei uns angekommen“, sagte Harksheides Trainer Marcus Fürstenberg schon vor einigen Wochen.

Genauso wie Steckel ist auch Benedikt Neumann-Schirmbeck, 25, ein Wunschspieler des Clubs gewesen. Beim SC Victoria kickte der gebürtige Berliner lediglich für die zweite Mannschaft in der Bezirksliga, schoss diese mit 25 Toren fast im Alleingang zum Aufstieg in die Landesliga. Auch aufgrund dieser Quote waren die TuRa-Verantwortlichen davon überzeugt, dass Neumann-Schirmbeck eine Spielklasse höher mithalten könne.

Die Erwartungen sind soweit erfüllt worden. „Bene“ steht bei acht Toren, während sein Pendant Hannes Steckel bereits siebenmal erfolgreich war. Was auffällt: Nur in einer Begegnung haben beide getroffen, ansonsten wechselte sich das Duo ab.

Oder andere Spieler waren zur Stelle. Denn TuRa Harksheide verfügt nicht über den „einen“ dominanten Mann. „Bei uns ist es extrem ausgeglichen. Wenn bei anderen Mannschaft mal zwei Spieler ausfallen, kann es schnell Probleme geben“, sagt Neumann-Schirmbeck, und Steckel fügt hinzu: „Durch den breiten Kader haben wir viele gute Leute, die immer spielen wollen. Deswegen ist bei uns richtig Biss drin.“

Auch deswegen haben die Norderstedter in 13 Partien lediglich einmal verloren. „Bis jetzt sind wir total zufrieden“, sagt Hannes Steckel. Schon das Match gegen den SV Lurup könnte weiteren Aufschluss geben über die eigene Titelreife. Denn der SVL gilt als der individuell am besten besetzte Kontrahent, verfügt sogar über Kicker mit Viertliga-Erfahrung und blieb zuletzt viermal in Folge ohne Gegentreffer.