Norderstedt
Bremen

Eintracht geht im Bremer Angriffswirbel unter

Norderstedts Regionalliga-Fußballer kassieren im letzten Saisonspiel eine 0:5-Packung bei der U23-Mannschaft des SV Werder

Bremen. Weserstadion, Platz elf. Hier, unweit der Bundesliga-Arena des SV Werder Bremen, haben die Fußballer von Eintracht Norderstedt ihre Debütsaison in der Regionalliga Nord mit dem Match bei der U23 des Clubs aus der Hansestadt beendet. Allerdings musste der Aufsteiger während und nach der Partie aufgrund des deutlichen Ergebnisses von 0:5 (0:0) anerkennen, mehr Statist als Protagonist gewesen zu sein. Zu klar war die Überlegenheit des Kontrahenten.

Die personelle Konstellation des Eintracht-Aufgebots zog diverse Umstellungen nach sich. Das betraf einerseits die Trainerposition; Thomas Seeliger weilte schon im Urlaub auf Mallorca. Er hatte dies vor einiger Zeit mit dem Verein abgesprochen – wäre der Klassenerhalt vor dem letzten Match nicht gesichert gewesen, hätte der Coach seine Reise umgebucht.

Sein Assistent Stefan Siedschlag rückte damit in die Verantwortung und musste kurz vor dem Spiel sogleich umdisponieren. Während der Ausfall von Marius Browarczyk (Gelbsperre) bekannt war, fiel mit Linus Meyer (Hüftprellung) auch sein Vertreter für das zentrale Mittelfeld kurzfristig aus. Dies hatte zur Folge, dass die Eintracht mit einer sehr ungewohnten Aufstellung begann – Innenverteidiger Mike Eglseder rückte, vor dafür kam Abwehrspieler Clifford Aniteye neu ins Team.

Ob die Norderstedter in gewohnter Formation eher eine Chance auf eine Überraschung gehabt hätte, darf aber trotzdem bezweifelt werden. Im Fernduell mit dem VfL Wolfsburg II ging es für ihren Gegner immerhin noch um die Regionalliga-Meisterschaft und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga. Hierfür hatte der Verein mächtig Unterstützung mobilisiert. 1193 Zuschauer sind für eine U23 außergewöhnlich.

Die Fans des zweiten Werder-Teams freuten sich über das hohe Tempo und die gesunde Aggressivität der Hausherren, ärgerten sich zunächst aber auch über viele vergebene Möglichkeiten. „Unser Torwart Johannes Höcker hat über 90 Minuten eine Topleistung gezeigt“, sagte Stefan Siedschlag, „er war vielleicht sogar der beste Mann auf dem Platz.“

Doch irgendwann konnte selbst Höcker seinen Mannschaftskameraden nicht mehr helfen. Mit dem Führungstor von Martin Kobylanski in der 48. Minute brach kurz nach der Halbzeitpause der Widerstand zusammen, es ging lediglich noch um die Höhe der Niederlage. Siedschlag erwies sich als fairer Verlierer und räumte ein: „Wir waren nicht in der Lage, aus Bremen etwas mitzunehmen."

Für Werder Bremen II war der hohe Sieg indes immer noch zu wenig. Parallel bezwang Wolfsburg II den Hamburger SV II nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 und spielt nun um den Aufstieg in die 3. Liga gegen die SG Sonnenhof Großaspach, den Meister der Regionalliga Südwest.

Diese beiden Partien haben für den SV Eichede elementare Bedeutung. Die Stormarner, 2013 wie Eintracht Norderstedt aufgestiegen, erreichten durch ein 4:1 beim VfB Oldenburg Platz 17 in der Endabrechnung. Sollte Wolfsburg sich in den Duellen mit Großaspach durchsetzen, bliebe der SVE nachträglich in der Regionalliga. Endgültig abgestiegen ist dafür der SC Victoria nach einer 0:6-Packung im eigenen Stadion gegen den BSV Rehden.

Tore: 1:0 Martin Kobylanski (48.), 2:0 Philipp Koch (57./Eigentor), 3:0 Levent Aycicek (65.), 4:0 Max Wegner (81.), 5:0 Davie Selke (90.). Eintracht Norderstedt: Höcker – Heinemann, Aniteye (83. Kwiatkowski), Mandic, Kummerfeld – Koch – Marxen (68. Güner), Eglseder, Toksöz, Tunjic (65. Lüneburg) – Schneider. Zuschauer: 1193. Die Abschlusstabelle der Regionalliga Nord: 1. VfL Wolfsburg II (74 Punkte/85:28 Tore), 2. SV Werder Bremen II (73/72:42), 3. VfB Oldenburg (60/74:43), ..., 9. FC St. Pauli II (46/55:58), 10. Eintracht Norderstedt (43/50:57), ..., 14. Hamburger SV II (34/44:54), ..., 16. SV Wilhelmshaven (33/38:58), 17. SV Eichede (26/47:80), 18. SC Victoria (23/23:83).