Henstedt-Ulzburg

Torfestival mit Anlaufproblemen

Die Drittliga-Handballer des SV Henstedt-Ulzburg deklassieren den VfL Potsdam nach früher Auszeit mit 34:23

Henstedt-Ulzburg. Eine Stärke der Drittliga-Handballmänner des SV Henstedt-Ulzburg scheint sich in dieser Punktrunde langsam aber sicher herauszukristallisieren. Das Team von SVHU-Coach Tobias Skerka ist in der Lage, sich nach suboptimalen Starts in die Partie zu sammeln und einen Gang hochzuschalten.

So geschah es jetzt im zweiten Heimspiel in Folge nach dem 29:24-Sieg über den TSV Burgdorf II nun auch gegen den VfL Potsdam. Beim letztlich ungefährdeten 34:23 (18:10)-Erfolg gegen den VfL Potsdam benötigte der Tabellenführer vor erneut rund 450 Zuschauern in der Halle an der Maurepasstraße eine knappe Viertelstunde, um sich zu finden.

Zwar hatten die Frogs bereits bis zum 8:8 (13.) in der Offensive immer wieder gefällig kombiniert. Doch in der Abwehr ließen die Henstedt-Ulzburger ihren jungen Gästen – das Durchschnittsalter der VfL-Startformation betrug 22,8 Jahre – deutlich zu viel Freiräume.

In einer Auszeit stellte Coach Skerka seine Männer neu ein. Was danach folgte, war eine Demonstration dessen, was eine aggressiv arbeitende 6:0-Formation gegen einen relativ unerfahrenen Gegner bewirken kann. Geschlagene neun Minuten und 40 Sekunden benötigten die Gäste bis zu ihrem nächsten Treffer (13:9/23.), bis zum Seitenwechsel folgte nur ein weiteres Tor.

„Ich habe die Außenpositionen in unserer Abwehr ein wenig zurückgenommen, dadurch den Verbund kompakter gemacht, zugleich aber eine aggressivere Gangart gefordert“, sagte Tobias Skerka, „so haben wir die Potsdamer Schützen bereits tiefer im Rückraum attackiert.“

Zum Hauptnutznießer dieser taktischen Maßnahme wurde SVHU-Keeper Stephan Hampel. Hatte der Torhüter zuvor einen schweren Stand gehabt, weil die Potsdamer teilweise aus sechs, sieben Metern mehr oder weniger frei zum Schuss kamen, blieben dem 24-Jährigen nun die entscheidenden Sekundenbruchteile mehr, um erfolgreich zu reagieren. Seinen zwei bis zur Auszeit gehaltenen Bällen ließ Hampel binnen 32 Minuten 15 weitere folgen.

„Das war anfangs schon nervig. In solchen Phasen bin ich dann gefordert, einen ruhigen Kopf zu bewahren“, sagte Hampel, „was dann nach der Auszeit lief, war für mich einfach optimal. Die gesamte Abwehr hat für mich gearbeitet und mir die Paraden mit ermöglicht. Wenn wir uns immer so konzentrieren können, dann sollte es gegen jeden Gegner klappen.“

Und auch Tobias Skerka hatte wenig am Auftritt seiner Mannschaft auszusetzen, zumal er sich den Luxus erlauben konnte, nach 40 Minuten seine Startformation mit Ausnahme von Kreisläufer Lars-Uwe Lang komplett auszuwechseln.

So nutzte dann zum Beispiel ein Lars Bastian auf rechtsaußen die Chance, sich als wirksame Waffe im Gegenstoß zu bewähren. Matthias Karbowski lenkte die Angriffe solide weiter, Malte Voigt, Florian Bitterlich und Lasse Kohnagel kamen ebenfalls zu ihren Torerfolgen. Rundum ein Teamauftritt nach Maß.

„Dabei war ich anfangs skeptisch, ob meine Mannschaft wegen des unerwartet um 15 Minuten späteren Anpfiffs ins Spiel finden würde“, sagte Skerka. Grund: Die Potsdamer hatten mit ihrem Bus, geleitet vom nur vermeintlich intelligenten Navigationsgerät, den Weg durch die Stadt hin zur A7 direkt in die dortigen Staus gewählt.

Aber Tobias Skerka bekam dann doch einen guten Eindruck von seiner Mannschaft: „Wenn wir uns wieder so präsentieren, sind wir auch für den THW Kiel II am Sonnabend bereit.“

Spielverlauf: 3:1 (5.), 4:2, 6:4 (10.), 6:6, 8:8 (13.), 13:9 (23.), 18:9 (28.), 18:10 – 22:11 (36.), 22:14, 25:15 (43.), 27:18, 29:21 (55.), 33:21, 58.), 34:23. Tore des SV Henstedt-Ulzburg: Lars Bastian (6), Nico Kibat (6/davon 2 Siebenmeter), Jens Thöneböhn und Christoph Wischniewski (je 4), Florian Bitterlich, Tim Völzke und Renke Bitter (je 3), Lasse Kohnagel (2), Malte Voigt (2/1), Lars-Uwe Lang (1).