Norderstedt

Eintracht Norderstedt feiert ersten Sieg

Regionalliga-Fußballer bezwingen die zweite Mannschaft des Hamburger SV im Edmund-Plambeck-Stadion mit 1:0

Norderstedt. Es war ein kollektiver Aufschrei der Erleichterung, der durch das Edmund-Plambeck-Stadion hallte. Die Fußballer von Eintracht Norderstedt hatten fast durchgehend den Strafraum des Hamburger SV II bearbeitet, mit aller Macht sollte am sechsten Spieltag der ersehnte erste Sieg in der Regionalliga Nord her. Gerade im Verlauf des zweiten Durchgangs spitzte sich das Duell zu – mit einem überraschend deutlichen Übergewicht zugunsten des Außenseiters aus Garstedt.

Ansehnliche Kombinationen waren dem Team gelungen, teilweise fehlten nur Zentimeter zum Tor. „Ich habe befürchtet, mit einem 0:0-Unentschieden vom Platz zu gehen. Oder dass wir noch einen Konter bekommen“, sagte Trainer Thomas Seeliger.

Später blickte er glückselig in die Runde. „Ich kann mich eigentlich kurzfassen: Hier hatte nur eine Mannschaft den Sieg verdient gehabt.“ Und vielleicht musste es so dramatisch sein, damit die Ankunft des Clubs in der neuen Spielklasse den 791 Zuschauern – eine Rekordkulisse für ein Eintracht-Pflichtspiel – nachhaltig in Erinnerung bleibt. Der eingewechselte Jan-Philipp Rose legte sich in der 87. Minute in halbrechter Position, rund 40 Meter vom Tor entfernt, den Ball zum Freistoß zurecht. Im Strafraum des HSV waren fast alle Akteure versammelt, es wurde gedrängelt, geschubst, geschrien. Mittendrin: Eintracht-Innenverteidiger Mike Eglseder. Der 20-Jährige startete, lief der Hereingabe entschlossen entgegen, warf sich in die Luft und verwandelte tatsächlich zum 1:0.

„Der Ball von Jan-Philipp kam perfekt herein, unsere Laufwege sind in diesen Situationen dann einstudiert“, sagte Eglseder nach dem Schlusspfiff. „Ich bin immer noch voller Adrenalin!“

Wer die Möglichkeiten beider Seiten auflisten wollte, benötigte für den HSV II nur wenig Schreibaufwand. Matti Steinmann war es, der in letzter Minute noch mit einem Kopfball die Latte traf; mehr hatte der vermeintliche Favorit nicht anzubieten. Die Hamburger waren komplett ohne Verstärkung aus dem Bundesligakader angetreten. Im Vergleich mit den Norderstedtern fehlte die Dynamik nach Ballgewinnen genauso wie generell die Lust, sich in die oftmals hart geführten Zweikämpfe zu stürzen.

Rodolfo Cardoso, langjähriger Bundesligaprofi und heute Coach der U23 des HSV, war bedient. „Wir haben verdient verloren. Schon in der ersten Halbzeit haben wir nicht ins Spiel gefunden. In der zweiten Halbzeit hatten wir kaum klare Offensivaktionen und haben viele individuelle Fehler gemacht.“ So auch beim entscheidenden Treffer, als klare Absprachen hinsichtlich der Verteidigung von Standardsituationen vergessen wurden.

Die Eintracht hat ihrerseits nun einen Makel abgelegt. Als letztes Team der Regionalliga ist ihr ein Sieg gelungen; dazu kommt die kleine tabellarische Verbesserung auf Rang 15. Das soll Antrieb geben für die nächsten Heimspiele am 18. September gegen den FCSt. Pauli II sowie am 22. September gegen den Goslarer SC. Am Wochenende zuvor hat die Mannschaft aufgrund des internationalen U17-Turniers, das unter anderem auf der Anlage an der Ochsenzoller Straße stattfindet, frei. Am Mittwoch trifft die deutsche Nationalmannschaft im Edmund-Plambeck-Stadion ab 18.30 Uhr auf die Niederlande. Es soll der nächste Festtag für den Verein werden.

Tor: 1:0 Mike Eglseder (87.).Eintracht Norderstedt: Höcker – Marxen, Eglseder, Mandic, Kummerfeld – Koch – Kunath, Nadler (81. Rose), Meyer (63. Armario Roso), Schneider – Lüneburg (67. Tunjic).