Kisdorf

Phoenix-Turnier begeistert Groß und Klein

Der Toyota G+S Automobile Cup in Kisdorf ist nicht nur für regionale Nachwuchsfußballer, sondern auch für Berliner oder Niederländer eine Reise wert.

Kisdorf. Auf diese lobenden Worte eines deutschlandweit anerkannten Fußballfachmanns kann der SSC Phoenix Kisdorf wahrlich stolz sein. "Ich verfolge euer Jugendturnier schon seit einigen Jahren. Ich finde es klasse, was in Kisdorf jedes Jahr auf die Beine gestellt wird. Das ist nicht selbstverständlich, daher ein großes Lob an alle Verantwortlichen, ehrenamtlichen Helfer und Sponsoren."

Der SSC Phoenix ist auch im überregionalen Fußball gut vernetzt

Wer das gesagt hat? Kein Geringerer als Thomas Helmer, ehemaliger Nationalspieler, Europameister von 1996, wohnhaft in Hamburg und heutzutage in vielen Fernsehsendungen als Experte zu Gast. Der SSC hatte für das Programmheft anlässlich seines 39. Jugendturniers - zum sechsten Mal ging es um den Toyota G+S Automobile Cup - die Möglichkeit bekommen, Helmer zu interviewen. Hierbei nutzte Michael Degenhardt, zweiter Vorsitzender des Vereins und Mitorganisator des kreisweit größten Nachwuchsturniers, seine Freundschaft mit dem Spielerberater Christian Leonhardt, um den prominenten Fürsprecher für die gute Sache zu gewinnen.

Und damit nicht genug: Sogar der südafrikanische Nationalspieler Steven Pienaar - einst bei Borussia Dortmund, nun beim FC Everton in England aktiv - nahm sich Zeit für ein Telefonat, beantwortete ausführlich die vielen Fragen und ließ den Kisdorfern ein Trikot seines Clubs für die Tombola zukommen.

Keine Frage, die Phoenix-Macher sind einfach bestens vernetzt in der Region, in Norddeutschland und eben international. Damit die zweitägige Veranstaltung auf der Sportanlage am Strietkamp bekannt wird, ist sie fester Bestandteil von Online-Börsen, wo sich auswärtige Teams über mögliche Turniere informieren können.

So hatte auch die 39. Auflage nicht nur Stammgäste aus der Nachbarschaft zu bieten. Der VfL Bergen reiste extra aus Rügen an, der SFC Stern 1900 hat seine Heimat in Berlin, die JSG Roddau kickt normalerweise nahe Lüneburg.

Aber insbesondere die niederländischen Gäste von VV Waskemeer sorgten für Stimmung. "Wir haben das Turnier im Internet gefunden und dann Organisator Arno Müller angerufen. Hier ist alles perfekt organisiert, alle Leute sind sehr nett", sagte Rolf Stuiver, Coach der A-Junioren aus Westfriesland. Die Truppe stammt aus einem kleinen Dorf nahe Groningen mit gerade einmal knapp 700 Einwohnern - weniger also als Kisdorf.

Als das Turnier am Sonnabend von einem kurzen, aber umso heftigeren Gewitter durchgeschüttelt wurde, flog auch das Zelt der Waskemeerer über den Platz. Doch die zehn Spieler und fünf Trainer sowie Betreuer mussten keinesfalls unter freiem Himmel nächtigen. "Die kennen sich mit Wasser aus", sagte Michael Degenhardt. "Eine Stunde später stand das Zelt wieder."

So blieb den Niederländern genug Zeit für einen Abstecher nach Hamburg. "Wir sind nicht nur für das Turnier hierher gekommen", sagte Trainer Stuiver. "Wir haben uns Hamburg angesehen und die Reeperbahn." Dazu machte die Truppe sogar nachts die nahe gelegene Diskothek Joy unsicher, wie aufmerksame Beobachter zu berichten wussten. Sportlich lief es dafür eher durchwachsen, denn VV Waskemeer gewann nur eines von fünf Matches (1:0 gegen SV Friedrichsort), verlor aber unter anderem gegen die A-Jugend des Gastgebers mit 0:3.

Insgesamt kickten trotz einiger Absagen 106 Teams um die Trophäen und Sachpreise. Dass das Teilnehmerfeld eine bunte Mischung war, verdeutlichte nicht zuletzt die Verteilung der ersten Plätze. Nur der VfL Bergen triumphierte in zwei Wettbewerben; in den weiteren acht Klassen gab es hingegen acht verschiedene Sieger.

Und da zeigte sich die einzige - und absolut verschmerzbare - Kehrseite der guten Vernetzung. Bis auf den ersten Platz in der E-Jugend (spielstark), den sich die Jahrgangsauswahl 2002 des Kreisfußballverbandes Segeberg erspielte, nahmen die Gäste nämlich alle Titel mit nach Hause. Zurück ließen sie allerdings - ganz wie Thomas Helmer also - viel Lob an den SSC Phoenix und gleich die ersten Zusagen für die 40. Auflage im nächsten Jahr.