Norderstedt

Ein Fest für Dressurliebhaber

Beim 27. Norddeutschen Berufsreiterchampionat in Norderstedt triumphiert Martin Christensen gleich doppelt.

Norderstedt . Mit dem zeitigen Aufstehen hat Berufsreiterin Ulrike Rönz keine Probleme. Ihr Arbeitstag beginnt stets in den frühen Morgenstunden und endet selten vor 18 Uhr. Seit 1991 ist die Pferdewirtschaftsmeisterin beim Hamburger Reiterverein als Ausbilderin tätig. "Da ist ein Zwölf-Stunden-Tag keine Seltenheit", sagt sie. Auch auf Turnieren hat die Dressurreiterin nichts dagegen, als eine der Ersten ins Viereck zu gehen. Lampenfieber kennt sie nicht, im Gegenteil. "Ich mag das eigentlich sehr gerne", sagt sie.

Dass Ulrike Rönz beim Norddeutschen Berufsreiterchampionat auf "ihrer" Anlage an der Ohechaussee für das Finale der M-Dressur die Startnummer eins zugelost wurde, kam ihr sehr entgegen. Auch dem temperamentvollen Lusitano-Hengst Xaile schien diese Tatsache zu gefallen. Der zehn Jahre alte Schimmel lieferte eine gute Leistung ab, ließ sich - im Gegensatz zum Qualifikationswettbewerb tags zuvor - nicht vom verlockenden Duft der vielen Stuten ablenken und sorgte so für gute Laune bei seiner Reiterin.

"Ich bin sehr zufrieden mit ihm. In der ersten M-Prüfung war er ein wenig unkonzentriert, in der zweiten lief es besser", so Ulrike Rönz, die mit Xaile auf 655 Zähler kam und den sechsten Platz erreichte. Sieger in der M-Dressur wurde Martin Christensen, 46. Der Wedeler, der im Stall Tannenhof arbeitet, kam mit dem acht Jahre alten Wallach Dr. Bo auf 677 Punkte. Dahinter folgten Regina Wieloguzow (PSG Hof Nordpol/660) mit Robin Song und Antje Busch-Petersen (RV Tangstedt/659) mit Dancing Fire.

Martin Christensen war auch in der Endabrechung des 27. Norddeutschen Berufsreiterchampionats eine Klasse für sich. Mit Rossano, einem elfjährigen Oldenburger Wallach, war der Pferdewirtschaftsmeister nicht zu schlagen. Er gewann die S-Dressur sowie die Grand-Prix-Kür und durfte aus der Hand von Turnierleiter Joachim Kloth anschließend auch den Reitmeister-Hans-Niemann-Gedächtnispokal für den Gesamtsieg aus beiden Prüfungen in Empfang nehmen.

Titelverteidiger Christensen freute sich sehr über den erneuten Triumph beim Hamburger RV. "Für mich ist das Berufsreiterchampionat ein absoluter Pflichttermin. Die Veranstalter geben sich immer sehr viel Mühe hier, es ist ein tolles Turnier."

Joachim Kloth freute sich über das Lob des alten und neuen Pokalgewinners und gab dieses auch gerne an seine Helfer weiter. "Ohne das Team wäre eine Veranstaltung auf diesem hohen Niveau schließlich nicht realisierbar. Wir machen das hier ja alles ehrenamtlich", so Kloth, der seit seinem 14. Lebensjahr reitet. "Angefangen habe ich mit Springreiten. Später bin ich dann zur Dressur gekommen", sagte der Ellerbeker, der mit seinem Paradepferd Kasella mehr als 100 Platzierungen ereichte.

Mittlerweile überlässt der 52-Jährige lieber anderen Akteuren den Platz im Viereck. Als Sportwart des Hamburger Reitervereins hat er aber auch so jede Menge zu tun. Die Organisation des Dressurfestivals ist schließlich nur eine seiner vielen Aufgaben.

Der im Jahr 1908 gegründete Hamburger Reiterverein hat zurzeit 405 Mitglieder, 60 Prozent davon sind Jugendliche. Neben dem Schulpferdebetrieb bietet der HRV auch Privatreitern und -besitzern die Möglichkeit, sich und ihre Tiere auf der Ohe in den Bereichen Springen, Dressur, Voltigieren, Vielseitigkeit und Quadrille ausbilden zu lassen.

Weitere Informationen gibt es bei der Geschäftsstelle unter Telefon 040/523 47 36 beziehungsweise auf der Internetseite des Vereins.

www.hamburgerreiterverein.de