Norderstedt. Gemüseblätter sind wahre Nährstoffbomben. Ärztin Constanze Lohse verrät, wie man aus Resten Pesto und Chips macht.

Vorsicht Verschwendung! Gemüsereste sollten nicht in der Tonne landen – sondern weiterverwertet werden. Das rät die Norderstedter Ernährungsmedizinerin Dr. Constanze Lohse ihren Patienten. Denn die Blätter mancher Gemüsesorten sind wahre Nährstoffbomben und super gesund. Egal ob Kartoffelschalen oder Möhrenkraut, Brokkoli-Stiele oder Ananas-Strunk – aus vielen Resten lassen sich Pesto, Chips, Suppen oder Smoothies herstellen.

Dr. Constanze Lohse hat bereits mit Ernährungs-Doc Matthias Riedl zusammenarbeitet und ein Buch über die 10-Minuten-Naturmedizin geschrieben. Sie verspricht: „Schon mit einem minimalen Zeitaufwand von 10 Minuten täglich, erzielt man maximalen gesundheitlichen Erfolg“.

Ernährungstipps: Aus Gemüseabfall Chips, Pesto und Suppen herstellen

„Schalen und Blätter von Gemüse und Co werfen wir in der Regel leider als Abfall in den Müll. Doch ist das häufig pure Verschwendung, denn die Reste sind noch verwertbar“, sagt Constanze Lohe und verrät ihre besten Tipps.

„Schnippel-Reste von beispielsweise Wurzelgemüse können Sie noch für Brühen und Suppen verwenden. Eine Gemüsebrühe ist sehr nährstoffreich und sollte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Aus 500 Gramm Gemüseresten kann man mit Hilfe von 60 Gramm Salz und einem Esslöffel Olivenöl eine würzige Gemüsepaste herstellen, die nach Belieben mit anderen Kräutern noch verfeinert werden kann und in Schraubgläsern drei bis vier Tage haltbar ist. Ein gehäufter TL Gewürzpaste entspricht in etwa einem gekauften Brühwürfel, der auf 500 Milliliter Wasser verwendet werden kann“, so Constanze Lohse.

Nicht ohne mein Obst und Gemüse: Die Norderstedter Ärztin Constanze Lohse gibt Tipps zur gesunden Ernährung.
Nicht ohne mein Obst und Gemüse: Die Norderstedter Ärztin Constanze Lohse gibt Tipps zur gesunden Ernährung. © Thorsten Ahlf

Schalen von Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Möhren eignen sich laut der Medizinerin sehr gut zum Chips selbst machen. Einfach die Reste mit Olivenöl einpinseln und leicht salzen oder würzen. Dann bei 160 Grad in den Ofen bis die Chips die gewünschte Knusprigkeit erreicht haben. „Bei Kartoffeln sollten Sie allerdings aufpassen, keine unreifen grünen oder gekeimten Kartoffeln zu verwenden“, so der Rat.

Ein Ananasstrunk enthält mehr Vitalstoffe als das eigentliche Ananasfleisch

„Wenn Sie Ananas verzehren, werfen Sie den Strunk nicht weg. Denn der Ananasstrunk enthält mehr Enzyme und Vitalstoffe als das eigentliche Ananasfleisch. Sie können mit Hilfe eines Pürierstabs zerkleinern für eine Marinade oder Dipp pürieren oder ihn in einem Smoothie mixen“, sagt die Ärztin und rät, auch die Stiele vom Brokkoli für Suppen zu verwenden.

Neben Schalen und Schnippelresten seien nach Angaben der Expertin auch die Blätter mancher Gemüsearten „wahre Nährstoffbomben“: Radieschen-Blätter eigneten sich für grüne Smoothies oder Salate, für Kräuterquark oder als Suppe. „Neben zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen enthalten sie unter anderem Senföle, die den Körper bei der Abwehr von Bakterien und Viren unterstützen.“

Aus Kohlrabi-Blättern Salat oder eine Art „Spinat“ machen

Auch andere „Blätter“ sollten auf dem Speiseplan landen: „Kohlrabi-Blätter schmecken ähnlich wie die Knolle, enthalten aber zum Teil noch mehr Vitamine als der eigentliche Kohlrabi. Man kann die Blätter roh zum Würzen von Speisen, für grüne Smoothies oder als Salat verwenden. Im Herbst sind die Stiele eher fest, dann sollte man diese und auch die Blätter eher dünsten und sie zum Beispiel mit einer Zwiebel zu einer Art Kohlrabi-Blätter-“Spinat“ in der Pfanne zubereiten“, so der Rat von Constanze Lohse.

Übrigens: Rote Beete-Blätter, die schon lange geerntet wurden, bevor man überhaupt wusste, dass die Wurzelknolle essbar ist – enthalten laut der Medizinerin sieben Mal mehr Kalzium als die Knollen, 200 Mal so viel Vitamin A und 2.000 Mal so viel Vitamin K.

Von wegen Abfall! Diese Reste sind das Beste – und so gesund

Sie selbst schwört zudem auf Möhrenkraut. „Es enthält deutlich mehr Vitamin C als die Möhre an sich. Zudem glänzt es mit großen Mengen an Vitamin K, Calcium und Kalium. Außerdem sind die darin enthaltenden Ballaststoffe und Bitterstoffe gut für unsere Verdauung. Möhrenkraut sieht nicht nur gut aus als Verzierung von Speisen, sondern es schmeckt auch noch gut“, schwärmt die Norderstedterin. Ihr Rat: „Sie können es mit in einen grünen Smoothie packen und als Pesto zusammen mit Walnüssen und Olivenöl zubereiten. Wenn Sie es trocknen, können Sie es ganzjährig als Würze nutzen.“