Umweltschutz

Die Luft auf der Ohechaussee ist weniger belastet

Starker Verkehr an der Ohechaussee, Ecke Ulzburger Straße in Norderstedt.

Starker Verkehr an der Ohechaussee, Ecke Ulzburger Straße in Norderstedt.

Foto: Thorsten Ahlf

Der Jahresdurchschnittswert für Stickstoffdioxid sinkt auf einen historisch tiefen Wert

Norderstedt.  Die Ohechaussee zwischen Meyer’s Mühle und dem Ochsenzoll-Kreisverkehr ist das umwelttechnische Sorgenkind der Stadt Norderstedt. Durch die enorme Verkehrsbelastung mit bis zu 50.000 Autos und Lastwagen am Tag und die durch Häuserfassaden schlechte Entlüftung wurden hier in der Vergangenheit regelmäßig gefährliche Grenzwerte für die Konzentration von giftigem Stickstoffdioxid erreicht. Selbst Fahrverbote drohten schon an der Ohechaussee.

Doch nun: Entwarnung. Für historisch tiefe Grenzwerte sorgt ausgerechnet eine Naturkatastrophe: Die Corona-Pandemie.

Wie Umweltminister Jan Philipp Albrecht mitteilte, ist die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid in Norderstedt und im ganzen Land signifikant gesunken. 2020 wurden erstmals in einem Jahr die Grenzwerte überall im Land eingehalten. Gemäß den Luftqualitätsrichtlinien der Europäischen Union gilt für Stickstoffdioxid seit Januar 2010 ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Norderstedt hatte diesen Grenzwert in vielen Jahren überschritten. Durch die 2020 offenbar vergleichsweise niedrigere Verkehrsbelastung ging der Grenzwert 2020 an der Ohechaussee von 36 im Jahr 2019 auf 31 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zurück.

„Das ist eine sehr gute Nachricht. Saubere Luft ist ein hohes Gut. Die Bürgerinnen und Bürger des Landes haben einen Anspruch auf die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte“, sagte Umweltminister Albrecht. Auch die anderen Problembereiche melden gute Zahlen: Deutlich gesunken ist der Wert am Theodor-Heuss-Ring in Kiel, von von 49 um 30 Prozent auf 34 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

An der Ohechaussee werden die Werte mit zunehmendem Verkehr sicher wieder steigen. Stadt und Politik diskutieren seit Jahren verkehrsplanerische Maßnahmen, um die Belastung zu minimieren – etwa mehr Verkehrsfluss oder mehr ÖPNV.

Die Luftschadstoffkonzentrationen in Schleswig-Holstein sind unterwww.luft.schleswig-holstein.de zu finden.

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