Sterben in Würde

Norderstedts Hospiz eröffnet in Friedrichsgabe

Das Albertinen Hospiz Norderstedt in Friedrichsgabe wurde eröffnet.

Das Albertinen Hospiz Norderstedt in Friedrichsgabe wurde eröffnet.

Foto: Burkhard Fuchs

In Würde leben bis zuletzt: Nach zwölf Monaten Bauzeit sind die 14 Einzelzimmer des Albertinen Hospiz’ bezugsfertig.

Norderstedt.  In Friedrichsgabe gibt es nun einen Ort, an dem todkranken Menschen aus ganz Norddeutschland ein würdiges und umsorgtes Leben bis zum Tod garantiert wird. Das Albertinen Hospiz Norderstedt wurde am Freitag nach zwölfmonatiger Bauzeit an der Lawaetzstraße 1B eröffnet.

Matthias Scheller, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Immanuel Albertinen Diakonie, Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder, Henstedt-Ulzburgs Bürgermeisterin Ulrike Schmidt und Andreas Hausberg, Geschäftsführer des Albertinen Hospizes Norderstedt, durchtrennten das traditionelle Eröffnungsband in den Landesfarben Schleswig-Holsteins. Pastor Dr. Stefan Stiegler stellte im Anschluss die Bestimmung des Hospizes unter den Segen Gottes.

Corona machte die Eröffnung mit Gästen unmöglich

Auf die ursprünglich geplante Eröffnungsfeier mit zahlreichen Gästen wurde angesichts der Corona-Pandemie ebenso verzichtet wie auf einen Tag der offenen Tür. Dieser wird zu einem geeigneten Zeitpunkt nachgeholt.

Das Albertinen Hospiz Norderstedt im Norderstedter Stadtteil Friedrichsgabe versorgt Erwachsene in ihrer letzten Lebensphase, die an unheilbaren, rasant verlaufenden Krankheiten leiden, verbunden mit sehr belastenden Symptomen. Der Leitgedanke des Hospizes lautet: In Würde leben bis zuletzt.

Das Albertinen Hospiz Norderstedt ist das erste stationäre Hospiz in Schleswig-Holstein in diakonischer und kommunaler Trägerschaft. Im Juli 2018 wurde die gemeinnützige Gesellschaft von den drei Gesellschaftern Albertinen Diakoniewerk, der Stadt Norderstedt sowie der Gemeinde Henstedt-Ulzburg gegründet. Das Einzugsgebiet umfasst das Gebiet von Norderstedt bis Neumünster und alle Orte westlich und östlich der A7. In diesem Gebiet leben etwa 270.000 Menschen.

Ein Moderner Bau mit 14 Einzelzimmern

Entstanden ist ein moderner Bau mit einem Kreuzgang und Atrium, um das herum sich die 14 Einzelzimmer gruppieren. Alle mit eigenem behindertengerechten Bad und Zugang zur eigenen Terrasse. Die Fenster- und Türelemente reichen bis zum Boden, damit eine freie Sicht ins Grüne möglich ist. Ebenso gibt es auch einen Zugang mit Bett in den künstlerisch gestalteten Innenhof. Damit wird die von Architekt Dieter Glienke entwickelte Gebäudestruktur des Diakonie Hospizes Volksdorf aufgenommen.

Das Team aus 26 haupt- und 14 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nahezu komplett und hat die vergangenen Wochen genutzt, um sich bestmöglich auf die Aufgabe vorzubereiten und als Team zusammenzuwachsen. Neben den Pflegenden werden im Albertinen Hospiz auch eine Sozialarbeiterin sowie eine Hauswirtschaftsleitung nebst weiteren Mitarbeiterinnen beschäftigt sein. Die seelsorgerische Begleitung der Gäste sowie deren Angehörigen im Hospiz wird zunächst in ökumenischer Gemeinschaft durch die Pastorinnen und Pastoren der umliegenden Kirchengemeinden übernommen. Geschäftsführer des Hospizes ist Pastor Andreas Hausberg, der auch die Geschäftsführung im Diakonie Hospiz Volksdorf innehat. Das Hospiz wird geleitet durch Dagmar Andersen, die Pflegedienstleitung liegt bei Jens Klintworth.

4,6 Millionen Euro kostete der Bau – 750.000 Euro wurden schon gespendet

Die Investitionskosten für den Bau des Hospizes belaufen sich auf insgesamt 4,6 Millionen Euro, wovon drei Millionen über Darlehen und 420.000 Euro durch Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein gedeckt sind. Eine Million Euro sollen gemäß der Planung durch Spenden erbracht werden. Trotz der Corona-Krise mit ihren dramatischen wirtschaftlichen Folgen ist die Spendenbereitschaft für das Hospiz ungebrochen: Mit Spenden in Höhe von insgesamt rund 750.000 Euro durch Einrichtungen und Institutionen, Verbände und Privatpersonen sind bereits 75 Prozent der erforderlichen Summe erreicht.

„Mit der heutigen Eröffnung des Albertinen Hospizes Norderstedt geht für viele Menschen in Norderstedt und weit darüber hinaus ein langgehegter Wunsch in Erfüllung“, sagte Matthias Scheller, Vorsitzender Konzerngeschäftsführung der Immanuel Albertinen Diakonie bei der Eröffnung. „Die Immanuel Albertinen Diakonie begreift Hospizarbeit als eine zutiefst diakonische Aufgabe, Menschen in Not am Ende ihres Lebens zu begleiten und nimmt konzernweit heute bereits das vierte Hospiz in den Betrieb.“ Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder sprach von der ihrer großen Dankbarkeit angesichts des Ergebnisses eines beispielhaften Gemeinschaftswerkes aller Beteiligten. „Sie alle, uns alle hat das Ziel geeint, einen ganz besonderen Ort zu schaffen. Einen Ort, wo Menschen bis zuletzt in Würde leben und von Ihren Lieben Abschied nehmen, und dann in Würde sterben können.“

Ulrike Schmidt, Bürgermeisterin Gemeinde Henstedt-Ulzburg dankte allen, die zur Realisierung der Einrichtung beigetragen haben. „Den haupt- und ehrenamtlich Tätigen des Albertinen Hospiz Norderstedt danke ich von Herzen für ihre wertvolle Arbeit und wünsche Ihnen einen guten Start in Ihrer neuen Einrichtung!“