Rätsel

Mit seinen Gattinnen machte er kurzen Prozess

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel geht es um einen englischen Herrscher mit hohem Frauenverschleiß.

Kreis Segeberg.  Sie verbringen während der Corona-Pandemie viel Zeit in den eigenen vier Wänden, und die Langeweile nagt an Ihnen? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Los geht’s!


In einem geheimen Memorandum für den Dogen skizzierte der venezianische Botschafter den englischen König: „Seine Majestät ist 29 Jahre alt und außerordentlich schön. Die Natur hätte nicht mehr für ihn tun können... Er ist ein guter Musiker, hervorragender Reiter, ein geschickter Fechter, spricht gut Französisch, Latein und Spanisch, ist sehr religiös, hört drei Messen am Tag, wenn er zur Jagd geht, und manchmal fünf an den anderen Tagen... Er liebt sehr das Tennis, und es ist die schönste Sache der Welt, ihn dabei zu sehen, wenn seine weiße Haut unter einem Hemd von feinstem Gewebe schimmert.“

Die intellektuelle Sportskanone schien dem Idealtypus eines vollkommenen Herrschers zu entsprechen. Dabei galt er ursprünglich nur als Nr. 2 auf der Thronfolgerliste. Vom früh verstorbenen älteren Bruder erbte er nicht bloß den Rang, sondern auch dessen Witwe. Für die Hochzeit mit der Ex-Schwägerin erwirkte der junge König eigens einen päpstlichen Dispens.

Viele Jahre später bereute er diesen Schritt. Seine Frau war älter als er und hatte ihm keine Söhne geboren. Außerdem lief eine heiße Affäre mit dem Edelfräulein Anne, die sich einer Verbindung mit Seiner Majestät keineswegs abgeneigt zeigte, aber auf Einhaltung der Konvention bestand – die Dame wollte geheiratet werden. Nach 18-jähriger Ehe mit der Ex-Schwägerin argumentierte der auf Lösung sinnende König plötzlich wie ein Winkeladvokat. Er berief sich auf Gottes Worte an Moses: „Nimmt jemand das Weib seines Bruders, so ist das abscheulich; er hat seines Bruders Blöße enthüllt; sie werden kinderlos bleiben“ (Lev. 20,21) und verlangte vom Papst die Annullierung seiner Ehe.

Clemens VII. verweigerte dies, nicht ohne lebensklug auf praxisnahe Alternativen zu verweisen: Der verliebte König solle seine Anne doch einfach ohne vorherige Scheidung heiraten – das sei verglichen mit der Auflösung einer gültigen Ehe das bei Weitem kleinere Vergehen.

So flexibel war der König jedoch nicht. Er verstieß Ehefrau Nr. 1, trennte die englische Kirche von Rom und heiratete Anne. Als er Gemahlin Nr. 2 nach drei Jahren überdrüssig war, verlief die Scheidung weniger subtil: Nach kurzem Prozess wurde Anne enthauptet, die Bahn war frei für die nächste Favoritin. Erst Gattin Nr. 6 überlebte den König, der sich vom einst strahlenden Jüngling in einen fettleibigen Kapaun verwandelt hatte und mittlerweile die Hilfe mehrerer Diener und eines Flaschenzuges benötigte, um in sein eigenes Bett zu kommen. Wie hieß der wohlbeleibte Vielbeweibte? Die Antwort steht in der Wochenendausgabe des Hamburger Abendblatts. In der Donnerstagausgabe suchten wir den Namen eines Pioniers der Fotografie: Jacques Daguerre (1787-1851).