Kreis Segeberg

Vermisster Karabulut: Polizei ermittelt Tatverdächtigen

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Dieses Haus in Bad Segeberg hat die Polizei durchsucht

Dieses Haus in Bad Segeberg hat die Polizei durchsucht

Foto: Daniel Friedrichs / Friedrichs

Etwa 60 Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern stellten auf der Suche nach dem 32-Jährigen ein Grundstück in Bad Segeberg auf den Kopf.

Bad Segeberg.  Seit über einem Jahr wird Baris Karabulut (32) aus Bad Bramstedt vermisst – nun konnte die Polizei einen Tatverdächtigen ermitteln. Nähere Angaben zu seiner Person wurden bisher nicht gemacht. Welche Hinweise die Ermittler auf seine Spur brachten, ist ebenfalls nicht bekannt. Allerdings scheint der Verdacht sehr konkret zu sein: Bereits seit Mittwochmittag stellen etwa 60 Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern ein Grundstück in Bad Segeberg auf den Kopf.

Ein Bagger grub die Erde um, Steinplatten wurden hochgenommen. Mehrere Spürhunde schnüffelten das Gelände ab, mit weißen Schutzanzügen bekleidete Ermittler durchsuchten das Doppelhaus. Sogar eine Drohne kreiste über dem Einsatzort. Ob die Polizei nur nach weiteren Hinweisen suchte oder sogar eine Leiche auf dem Grundstück vermutete, dazu wollte man sich aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht äußern. „Die Erkenntnisse müssen erst ausgewertet werden“, sagte Oliver Pohl, Sprecher der Polizeidirektion Kiel. Dabei gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

Taucher suchten bereits den Nehmser See ab

Erst vor eineinhalb Wochen hatten Polizeitaucher den Nehmser See, nicht weit von Bad Segeberg entfernt, abgesucht. Dort hatten Angehörige das Auto Karabuluts einen Tag nach seinem Verschwinden am Gewässer entdeckt. Seine Freundin aus Seevetal hatte damals das Handy des 32-Jährigen geortet – es lag im Handschuhfach des verlassenen Golfs. Die Polizei nahm zeitgleich die Ermittlungen auf. Inzwischen hat die Mordkommission der Kieler Kriminalpolizei den Fall übernommen. Die gegründete Ermittlungsgruppe geht davon aus, dass Karabulut Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Baris Karabulut wurde am 18. März 2019 zuletzt gesehen

Baris Karabulut wurde am 18. März 2019 zuletzt in Bad Segeberg gesehen. Dort hatte er einen Freund getroffen. Zuvor war er auch in Norderstedt, um ebenfalls einen Kumpel zu sehen. Alle Suchaktionen der Kriminalpolizei führten bisher ins Leere.

Sprecher Oliver Pohl geht nicht davon aus, dass das Ermittlerteam am heutigen Freitag weitere Erkenntnisse aus der Durchsuchung preisgeben wird. „Das könnte noch dauern“, sagt er.

( anb )

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