Rätsel

Ihren Ruhm konnte der Wind nie verwehen

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Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens (Bearbeitung).

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. In unserem Denksport-Rätsel suchen wir heute den Namen einer sehr erfolgreichen Schriftstellerin.

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die wöchentliche Gymnastikstunde im Sportverein auch, die Museen sind dicht, und die Kumpels vom Stammtisch können Sie auch nicht mehr treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Wir veröffentlichen täglich unsere Rätsel-Kolumne – gesucht wird der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s – und viel Spaß!


Als „Ansammlung von scheinbar unkoordinierten Betonburgen, fast festungsartig hoch auf einem Hügel platziert“, beschreibt der Journalist Fritz Wirth die Stadt und nennt den „neugotischen IBM-Turm“ oder die schmucklose Röhre eines Hotels, „in dessen Glas sich eitel die ganze Innenstadt spiegelt“. Sein Fazit: „Dies ist eine Stadt, die gesehen werden will.“ Und sich sehen lassen kann: Gigantische Einkaufszentren, zwölfspurige Straßen und einer der weltweit größten Flughäfen sind weitere Wohlstandsattribute.

175 Jahre zuvor befanden sich hier außer einem Bahnhof nur ein paar Bretterbuden. „Terminus“ (Endstation) lautete der Name des Kaffs, und so sah der Ort auch aus. Doch schon um das Jahr 1860 blühte die Stadt, bis dann 1864 eine feindliche Armee 3300 der damals 3600 Häuser in Schutt und Asche legte. Dieses Ereignis vergaßen die Bürgerinnen und Bürger nie.

Dem kleinen Mädchen, das 36 Jahre nach der Katastrophe geboren wurde, erschienen die Erzählungen ihrer Großmutter und anderer Kriegsveteranen unmittelbar und lebendig. Erst in der Schule realisierte sie, dass die Zerstörung der Heimatstadt nicht unmittelbar vor ihrer Geburt stattgefunden hatte.

Als besonders gute Schülerin galt sie ohnehin nicht. Ihr launisches Naturell ließ sie die Kritik anderer nur schlecht verkraften. Nach dem abgebrochenen Besuch einer höheren Schule und der gescheiterten Ehe mit einem gutaussehenden Trunkenbold arbeitete sie einige Jahre als Reporterin bei einer Lokalzeitung, für die sie eine wöchentliche Kolumne in der Sonntagsausgabe schrieb.

Ihr zweiter Ehemann riet ihr, ein Buch zu schreiben. Er kaufte ihr eine gebrauchte Remington-Reiseschreibmaschine, auf der sie innerhalb der folgenden zehn Jahre das mehr als 1000 Seiten umfassende Buch fertigstellte.

Als Handlungskulisse wählte sie die erste Blütezeit der Heimatstadt – und eben jene Zerstörung von anno 1864. Als das Epos schließlich am 30. Juni 1936 erschien, wurde es mit bis heute mehr als 30 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Buch der Welt. Der Vater der erfolgreichen Autorin urteilte allerdings, nichts werde ihn bewegen, das Buch noch einmal zu lesen. Nur weil es von seiner Tochter sei, habe er es überhaupt gelesen.

Es blieb das einzige Buch der Tochter, die ab den 1940er-Jahren ausschließlich ehrenamtlich für wohltätige Zwecke arbeitete. Gemeinsam mit ihrem Mann lebte sie sehr zurückgezogen, immer wieder von Krankheit und Unfällen geplagt. „Schreiben ist für mich eigentlich nur ein Intermezzo zwischen gebrochenen Knochen und Röntgenuntersuchungen“, teilte sie einmal ihrem Verleger mit.

Sie war erst 48 Jahre alt, als sie an den Folgen eines weiteren Unfalls starb – ein Betrunkener hatte die Erfolgsschreiberin mit dem Auto überfahren.


Wie hieß die Autorin der legendären Romanschlusszeile „Schließlich, morgen ist auch ein Tag“? Und wie heißt die Stadt, in der neben dem literarischen Evergreen auch einst der Getränke-Bestseller Coca Cola erfunden wurde?

Die Antwort steht am Montag im Hamburger Abendblatt. In der Donnerstag/Freitag-Ausgabe suchten wir einen Mediziner, der vor 300 Jahren als Superstar unter den Wanderärzten galt. Es ist Dr. Johannes Andreas Eisenbart, geboren (vermutlich) 1663 in Oberviechtach und gestorben 1727 in Hannoversch Münden.

( jasch )

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