Norderstedt
Rätsel-Kolumne

Wer war der Jüngling mit dem Tabaklaster?

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Wolkenformation in Form eines Fragezeichens.

Foto: Artur Cupak / picture alliance / imageBROKER

Jeden Tag stellen wir Ihnen eine Aufgabe. Im Denksport-Rätsel geht es um einen Autoren. Wer schuf den literarischen Lausebengel schlechthin?

Kreis Segeberg.  Das Konzert ist abgesagt, die wöchentliche Gymnastikstunde im Sportverein ebenfalls, die Museen sind dicht, und mit den Kumpels vom Stammtisch können Sie sich vorerst auch nicht mehr treffen. Was tun? Nun, versuchen Sie doch einmal, das folgende Denksport-Rätsel zu lösen. Gesucht wird jeden Tag der Name einer bekannten Persönlichkeit. Los geht’s – und viel Spaß!


Fast jeder fuhr schon den Fluss hinab – heimlich im Geiste und mit glühenden Wangen. Was für ein Leben: Frei von allen Pflichten, eine Insel allein für sich und gleichgesinnte Kumpane und nachts ein knisterndes Lagerfeuer. Und wenn alle sich versammeln, die sonst bloß auf einem herumhacken, um der scheinbar Verschollenen zu gedenken, schockiert man die tränenblinde Gesellschaft mit einer kecken Auferstehung.

Im Jahr 1876 erschien diese berühmte Geschichte als Buch. Wie sein Romanheld wuchs der 1835 als Samuel Langhorne Clemens geborene Autor in einer Kleinstadt am Ufer des mächtigen Stroms auf. Nicht eben als Musterknabe: Für seine gepfefferten Flüche war Sam zeitlebens berüchtigt. Über sein Tabaklaster kolportierte der Kettenraucher, er sei mit der Frage auf die Welt gekommen: „Hat jemand Feuer?“ Tatsächlich rauchte er seit seinem achten Lebensjahr. Sein Drang nach Unabhängigkeit veranlasste ihn zum Erwerb eines Lotsenpatents auf dem großen Fluss. Vier Jahre übte Sam diesen Beruf aus. Als Autor wählte er später den Ruf der Flussschiffer beim Ausloten der Wassertiefe als Pseudonym.

Im Alter von 34 Jahren heiratete Sam eine Tochter wohlhabender Eltern. Obwohl zehn Jahre jünger als ihr Mann, nannte sie ihn stets ihren „Jüngling“. Sam erklärte unter Freunden: „Nach meiner Hochzeit redigierte sie alles, was ich schrieb. Aber dabei blieb es nicht: Sie redigierte nicht nur meine Bücher – sie redigierte mich!“

Trotzdem blieben sie mehr als 30 Jahre glücklich verheiratet, und der Schöpfer des literarischen Lausebengels schlechthin bekannte freimütig: „Wenn sie Socken unanständig fände, ich würde sofort aufhören, sie zu tragen.“

In den Jahren nach dem Tod der geliebten Frau erlitt Sam mehrere Herzattacken. Zunächst witzelte er hintersinnig: „Die Zeitungen sprechen davon, dass ich sterbe. Ich würde so etwas nie in meinem Leben machen.“

Doch im April 1910 erlag er einem weiteren Anfall. Seine Autobiografie durfte erst posthum erscheinen. „Mit gutem Grund spreche ich lieber aus dem Grab als mit lebendiger Zunge: Von hier aus kann ich frei sprechen“, war dort zu lesen.


Unter welchem Autorennamen erlangte Sam Weltruhm? Und auf welchem Fluss erlauschte er sein Pseudonym?

Die Antwort steht in der morgigen Ausgabe des Hamburger Abendblatts.

Bei der fitnessbewussten Adligen, nach der wir in der gestrigen-Ausgabe fragten, handelt es sich nicht um Romy Schneider, sondern um die von ihr so hinreißend in mehreren Spielfilmen verkörperten Elisabeth („Sissy“), Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Die Insel, auf der sich „unsere Sissy“ so wohlfühlte, ist Korfu.