Schröters Wochenschau

Das Tresor-Rätsel von Tangstedt – gelöst?

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Jan Schröter, Autor aus Bad Bramstedt

Foto: Wolfgang Klietz

Rätselhaftes passiert: In Tangstedt werden vier Tresore aufgebrochen und geplündert. Detektiv Schröter ist auf der Spur.

Kreis Segeberg.  Um seniler Demenz vorzubeugen, raten Mediziner gern zum Gehirntraining durch eifriges Rätselraten. Wie praktisch, dass jede Menge Rätselhaftes schon vor unserer Haustür geschieht.

Am Ufer eines kleinen Sees in der Gemeinde Tangstedt fand ein Spaziergänger vier aufgebrochene Tresore und verständigte die Polizei. Deren Einsatz geriet ansatzweise ins Schleudern: Zunächst fehlte der Schlüssel zum umzäunten Gelände (kleines Zwischenrätsel: Wie ist eigentlich der Spaziergänger dort hineingekommen?), der fand sich schließlich bei den Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr. Leider erwiesen sich die dauerregendurchweichten Zuwege für schweres Gerät unbefahrbar. Die zum Fußmarsch gezwungenen Beamten verloren an verschlammten Hängen mehrfach die Bodenhaftung. Dennoch gelang es schließlich, die vier gewichtigen Tresore in Handarbeit zu sichern und abzutransportieren – vermutlich auf Kosten ruinierter Uniformhosen. Falls der Materialnachschub bei der Polizei ähnlich effizient abläuft wie bei der Bundeswehr, dürften die Tresor-Transporteure für die nächsten Monate zum Innendienst verdonnert sein, weil es hinterm Schreibtisch nicht so auffällt, wenn sie in Unterhose dasitzen. Und hier, in ihrer beschaulichen Revier-Rätselstube, werden die Ermittler den Fall weiter ergründen. In den Tresoren befanden sich durchweichte Papiere und Ausweise. Teilweise seit über zehn Jahren abgelaufen, so lange lagen die Tresore wohl schon im Wasser. Geld oder Schmuck waren nicht enthalten. Diese Wertsachen wurden wahrscheinlich von den Safeknackern entnommen, bevor sie die geraubten Tresore zwecks Spurenvernichtung im See versenkten. Soweit logisch.

Doch wer, bitte, hat die Tresore jetzt entdeckt und sich die Mühe gemacht, die Dinger bei absolutem Februar-Mistwetter aus dem eiskalten Tangstedter See zu bergen? Die einzigen, die das Versteck kannten, waren die Diebe von damals – und die wussten ja, dass keine Wertsachen mehr in den Safes lagen.

Ich denke, mindestens einer der Diebe sitzt längst im Knast und muss dort auch noch lange bleiben, hatte aber einen Zellennachbarn, der fürchterlich nervte und mit seiner baldigen Entlassung angab. Dieser Nervensäge flüsterte der Dieb: „Damals haben wir Tresore im Tangstedter See versteckt. Wenn wir rauskommen, haben wir ausgesorgt. Übrigens, mein Kumpel wird im März entlassen…“ Denkt mal darüber nach, liebe Polizisten.

Jedenfalls, bis die neuen Hosen da sind.