Norderstedt
Kreis Segeberg

Sturmtief Sabine – 120 Einsätze für die Feuerwehr

Einsatzkräfte der Feuerwehr Friedrichsgabe zersägen einen Baum, den der Orkan Sabine auf die Ulzburger Straße geweht hatte.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Friedrichsgabe zersägen einen Baum, den der Orkan Sabine auf die Ulzburger Straße geweht hatte.

Foto: Thorsten Ahlf

Etliche Bäume wurden umgelegt, Straßen mussten freigeräumt werden – letztlich blieb die Lage im Kreis Segeberg aber relativ ruhig.

Kreis Segeberg.  „Sabine“ hielt auch Polizei und Feuerwehren im Kreis Segeberg auf Trab. Kreisweit mussten die Feuerwehrleute 120-mal ausrücken , um die Schäden zu beseitigen, die der Orkan am Sonntag und Montag angerichtet hatte. „Vor allem der Süden und Südwesten des Kreises hat die Orkanböen abbekommen“, sagt Sönke Möller, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands.

Fast ausschließlich waren die Einsatzkräfte unterwegs, um Bäume zu zersägen, die auf Straßen, Wege und, so wie an der Ohechaussee, auf die U-Bahn-Gleise gestürzt waren. Die Freiwillige Feuerwehr Friedrichsgabe wurde am Montag um 2.49 Uhr zu einem Einsatz auf der Schleswig-Holstein-Straße gerufen. Hier lag ein größerer Baum quer über der Straße. Die Feuerwehrleute brauchten knapp 90 Minuten, bis die Autofahrer wieder freie Fahrt hatten. In Hitzhusen hatte ein Carport abgehoben, am Kösliner Weg in Norderstedt war ein Bauzaun auf die Straße geweht worden. Außerdem sicherte die Feuerwehr diverse Paneele einer im Bau befindlichen Solaranlage.

„Mit 35 Einsätzen blieb es aber insgesamt ruhig“, sagte Norderstedts Stadtwehrführer Fabian Wachtel. „Sabine“ habe eine andere Charakteristik gezeigt als ihre Vorgänger „Kyrill“ und „Xavier“ in Garstedt – Sturmtief „Kyrill“ wütete 2007 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 km/h, „Xavier“, richtete im Oktober 2017 schwere Schäden im Kreis Segeberg an. 330-mal mussten die Feuerwehren ausrücken, die Einsatzkräfte wurden im Minutentakt alarmiert. „Die beiden Orkane waren kurz, aber heftig. Da hatten wir schon in sechs Stunden mehr als 100 Einsätze. ‚Sabine‘ zog sich länger hin, es gab immer wieder Pausen zwischen den Orkanböen“, sagt Wachtel, der sich bei den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten für ihre „Professionalität und ihr Engagement“ bedankte. In Norderstedt waren alle vier Ortswehren mit 140 Feuerwehrleuten im Einsatz, die Hälfte der gesamten Stadtwehr.

Segeberg Kreiswehrführer Jörg Nero hatte vorsorglich „GröLa“ ausgelöst – diese Sonderlage entlastet die Leitstelle des Kreises, dezentrale Einsatzleitwagen disponieren die Einsätze. Bis 22 Uhr am Sonntag sind die Wehren 77-mal wegen Sturmschäden ausgerückt, ehe der „GröLa“ wieder aufgehoben wurde. „Die Situation blieb relativ ruhig, während Sturmtief ‚Sabine‘ durch den Norden zog“, sagt Feuerwehr-Sprecher Möller.