Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Auf dem Rhen wird bis Mai der Fluglärm gemessen

Bürgermeister Stefan Bauer, Elisabeth von Bressensdorf und Axel Schmidt (Hamburg Airport, v. l.) am Standort der neuen Messstation.

Bürgermeister Stefan Bauer, Elisabeth von Bressensdorf und Axel Schmidt (Hamburg Airport, v. l.) am Standort der neuen Messstation.

Foto: Christopher Herbst

Hamburg Airport untersucht, wie sich die Belastung für den Henstedt-Ulzburger Ortsteil seit 2015 verändert hat. Alle Messdaten online.

Henstedt-Ulzburg. Wie bestellt fliegt ein Airbus A 319 mit Ziel Budapest über den Rhen, als die neue Messstation für Fluglärm in Betrieb geht. 57,8 Dezibel werden angezeigt. Bis Mai soll in Henstedt-Ulzburg am Standort Friedrich-Hebbel-Ring dokumentiert werden, wie stark die durchschnittliche Belastung für den südlichsten Teil der Großgemeinde ist. Erlaubt sind 50 Dezibel tagsüber, nachts 35 Dezibel – aber als Mittelwert. Verantwortlich für die neue Messreihe ist der Hamburg Airport.

Axel Schmidt, beim Flughafen Leiter für den Bereich Umwelt, hatte sich im letzten Herbst mit Bürgermeister Stefan Bauer und der langjährigen Kommunalpolitikerin Elisabeth von Bressensdorf, die auf dem Rhen lebt, getroffen, um über die Beschwerden der Anwohner zu sprechen. Die Vereinbarung: Zumindest sollen aktuelle Daten gesammelt werden. Die alten Zahlen sind von 2015. „Mit der erneuten Fluglärmmessung erhalten wir objektive und mit anderen betroffenen Kommunen vergleichbare Ergebnisse“, so Bauer. „Nur auf dieser Grundlage können Verhandlungen über eine mögliche Entlastung geführt werden.“

Schmidt bestätigte: „Der Rhen ist Kreuzungspunkt für Starts und Landungen.“ Fachleute bezweifeln aber, dass die Messung eine Belastung ergibt, die Lärmschutzmaßnahmen nach sich ziehen wird. Bürgermeister Bauer verweist auf Norderstedt, das stärker betroffen ist. „Und wenn Norderstedt nichts erreicht, wird es schwierig für Henstedt-Ulzburg, ein Maßnahmenprogramm zu entwickeln.“ Immerhin würde, so Schmidt, die Zahl von Maschinen mit leiseren Triebwerken stetig zunehmen. „Wir sind bei drei Prozent ,Neos’, also lärmärmeren Flugzeugen, die in Hamburg starten und landen.“ Das sind moderne Airbus, die von elf Gesellschaften, darunter Lufthansa, Easyjet und Turkish Airlines, eingesetzt werden.

Alle Messdaten sind über die Seite travis.hamburg-airport.de einsehbar, werden nach Auswertung im Umwelt- und Naturausschuss vorgestellt.